20 Jahre lang steigen die Temperaturen

12. Juli 2006, 14:30
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... selbst beim völlig unrealistischen Szenario eines sofortigen Total-Stopps von CO2-Emissionen: Forscher prognostizieren "Generationen-Erbe des Klimawandels"

Paris/Washington - Auch wenn die Menschheit ab sofort kein Kohlendioxid mehr in die Erdatmosphäre abgeben würde, könnte das den Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten nicht stoppen. Mindestens 20 Jahre lang stiege die Durchschnittstemperatur auf der Erde noch um mehrere Zehntelgrad an, und das Treibhausgas CO2 wäre erst im Jahr 2100 wieder auf das Niveau von 1975 gesunken, meinen Wissenschafter.

Dieses "Generationen-Erbe des Klimawandels" haben der französische Umweltforscher Pierre Friedlingstein und seine US-Kollegin Susan Solomon errechnet. Ihr Bericht wurde in der jüngsten Ausgabe der "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS") veröffentlicht.

Weitere Szenarien

Die Forscher haben auch andere Möglichkeiten durchgespielt, um zeigen zu können, wie frühere Generationen und die heutige zum Klimawandel beitragen und damit die Zukunft belasten. Wenn das Kohlendioxid (CO2) - als Folge der Industrialisierung und der Verbrennung fossiler Brennstoffe - noch genau bis 2025 mit den gegenwärtigen Steigerungsraten in die Atmosphäre gelangt, ist bis zum Jahrhundertende mit 1,3 Grad Celsius höheren Temperaturen im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung zu rechnen. Mehr als doppelt so stark nimmt die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 zu, sollte es auch nach 2025 kein verändertes Szenario für das Treibhausgas geben.

"Unsere Kalkulationen machen deutlich, wie jede Generation (zu jeweils 25 Jahren) einen von CO2-Emissionen bewirkten, wesentlichen Klimawandel von früheren Generationen erbt", halten Friedlingstein vom Umwelt-Institut Pierre Simon Laplace in Gif-sur-Yvette bei Paris und Solomon von der National Oceanic & Atmospheric Administration (NOAA) in Boulder (Colorado) fest. "Die derzeitigen CO2-Emissionen werden also erheblich zum Klimawandel für künftige Generationen beitragen." (APA/dpa)

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"PNAS"

Abstract der Studie
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