Stronachs Magna Entertainment steigt bei Premiere Win ein

29. Juli 2005, 13:14
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MEC Sport und Entertainment will 25,1 Prozent an Premiere Win Fernsehen erwerben - Start "im dritten Quartal" des Jahres

Die Magna Entertainment (MEC), ein Unternehmen aus Frank Stronachs Magna-Konzern, plant gemeinsam mit dem Pay-TV-Sender Premiere einen Wettkanal (etat.at berichtete). MEC (Oberwaltersdorf) will dafür 25,1 Prozent an Premiere Win Fernsehen (Unterföhring) erwerben, ein entsprechender Zusammenschluss wurde bereits beim Kartellgericht Wien angemeldet, wie aus dem Amtsblatt der "Wiener Zeitung" vom Dienstag hervor geht.

Fusion bereits angemeldet

Auch beim deutschen Bundeskartellamt wurde die Fusion bereits angemeldet, berichtet das deutsche "Handelsblatt" heute. Es gebe entsprechende Gespräche, möglicherweise komme es in dieser Woche zu einer Einigung, zitiert das Blatt einen Premiere-Sprecher. Noch würden keine unterschriebenen Verträge existieren und es sei nicht klar, ob Premiere Win mit Magna fusionieren werde. Möglich sei auch eine schlichte Kooperation. Die Anmeldung des Zusammenschlusses beim deutschen Bundeskartellamt sei "rein vorsorglich", wie der Sprecher laut Bericht versichert.

MEC ist der führende Rennbahnbetreiber in Nordamerika und Marktführer bei Pferdewetten. Chef ist der Austrokanadier Stronach, der den kanadischen Magna-Konzern gegründet hat und mit Magna Steyr den größten österreichischen Automobilzulieferer besitzt.

EU-weite Lizenz für Sportwetten

Durch den Neubau hat Stronach laut "Handelsblatt" auch eine EU-weite Lizenz für Sportwetten erworben, was ihm nun auch in Deutschland die Tür öffnen könnte. Ende des Jahres soll das deutsche Bundesverfassungsgericht hier über die Liberalisierung des Sportwettenmarkts entscheiden. Dann könnte Magna auch auf das Sportereignis wetten lassen, das die Branche auf den Durchbruch in Deutschland hoffen lässt: die Fußball-WM 2006.

Der bereits existierende Wettkanal Premiere Win ist eine Tochter der Premiere AG und ein Gemeinschaftsprodukt der Premiere Fernsehen und der MEC Sport und Entertainment, die als Wettabwickler fungiert. Das Unternehmen bietet täglich neben Wettmöglichkeiten auf deutsche, europäische und US-Pferderennen auch Sport-Voting auf Live-Events bei Premiere sowie Spiele an. Der TV-Wettkanal soll "im dritten Quartal" des Jahres starten, hieß es am Dienstag auf APA-Anfrage in der deutschen Unternehmenszentrale von Premiere. "Der Programmplatz ist schon reserviert", so ein Sprecher. Derzeit spreche man noch "mit mehreren Kooperationspartnern", es gebe "keine unterschriebenen Verträge".

Schwerpunkt bis zu Fußball-WM werden wohl Pferdewetten sein

Der Pay-TV-Sender Premiere betritt mit dem geplanten TV-Wettkanal laut "Handelsblatt" Neuland. Abonnenten des Senders finden zwar bereits seit einiger Zeit "Premiere Win" im Programmangebot. Der Kanal ist laut Bericht jedoch noch nicht freigeschaltet. Die bevorstehende Zusammenarbeit mit Magna deutet laut "Handeslblatt" darauf hin, dass bis zur Fußball-WM der Schwerpunkt von Premiere Win bei Pferdewetten liegen wird. Dies sei überraschend, zumal die Zuschauerzahlen auf den Bahnen zwar zufrieden stellend seien, die Wetteinnahmen allerdings sinken würden. Die meisten Bahnen machten Verluste, viele würden am Tropf der Kommunen hängen.

"Ich sehe keine positiven Auswirkungen", zitiert das "Handelsblatt" Norman Albers zur geplanten Allianz von Magna und Premiere. Der Chef des Deutschen Buchmacherverbandes vermutet, dass Premiere Win am Abend mit Live-Übertragungen von Rennen aus den USA und Großbritannien gefüttert würde. Selbst wenn es um deutsche Rennen geht: Von Wetten, die bei Magna platziert würden, hätten die deutschen Bahnen nichts - das Geld bliebe beim Österreicher. (APA)

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