Münchener Rück: Rückstellung bei US-Tochter belastet mit 400 Millionen Euro

21. Juli 2005, 11:34
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Rückversicherer zieht Schlussstrich unter Vergangenheit von American Re - Rückstellungen um 1,6 Milliarden Dollar erhöht - Konzernziel bleibt dennoch aufrecht

Frankfurt - Hohe Nachreservierungen bei der krisengeschüttelten US-Tochter American Re belasten das Ergebnis der Münchener Rück im zweiten Quartal mit rund 400 Mio. Euro.

Die US-Tochter habe ihre Rückstellungen für den Zeitraum 1997 bis Mitte 2002 nach Retrozession mit Wirkung zum zweiten Quartal um 1,6 Mrd. Dollar (1,3 Mrd. Euro) erhöht, teilte der weltgrößte Rückversicherer am Dienstag mit.

Dabei gehe es insbesondere um Schäden aus der Haftpflicht- und Arbeiterunfallversicherung, die von 1997 bis Mitte 2002 angefallen seien, sowie um Asbest- und Umweltschäden, überwiegend aus Jahrzehnte zurückliegenden Haftpflichtdeckungen. Der zusätzliche Aufwand schlage sich aber nur zum Teil auf Konzernebene durch, da die Münchener Rück für Spätschäden allgemein Vorsorge getroffen habe.

Schlussstrich

Deshalb könne der Konzern sein für 2005 anvisiertes Ziel einer Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent nach Steuern beibehalten, erklärte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard. "Insgesamt ziehen wir einen Schlussstrich unter das in der Vergangenheit belastende Thema der Nachreservierungen bei der American Re."

Die Münchener Rück werde noch einmal rund 1,1 Mrd. Dollar in die American Re einschießen und damit das Eigenkapital der US-Tochter auf drei Mrd. Dollar anheben. Zudem würden konzerninterne Finanzierungen über 1,6 Mrd. Dollar in Eigenkapital umgewandelt.

Der weltgrößte Rückversicherer hatte bereits im Mai nicht ausgeschlossen, dass die Reserven von American Re noch einmal aufgestockt werden müssen. In den vergangenen Jahren hatte die US-Tochter ihre Reserven für Schäden aus Altverträgen etwa in der Industrie-Haftpflicht mit fünf Mrd. Dollar gestärkt. (APA/Reuters)

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