USA unterstützen ziviles Atomprogramm in Indien

25. Juli 2005, 15:15
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Bush verkündet Kurswechsel - Singh zu Gast im US-Kongress: Werden niemals Atomtechnologie weiterleiten

Washington - US-Präsident George W. Bush will sich für einen Kurswechsel in der Politik gegenüber Indien und für die Unterstützung des zivilen indischen Atomprogramms einsetzen. Das soll helfen, die Energieprobleme des Landes zu beenden. In einer gemeinsamen Erklärung mit dem indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh hieß es am Montag, Bush wolle sich beim Kongress dafür einsetzen, die Gesetze entsprechend zu ändern.

Die USA haben die Entwicklung des indischen Atomprogramms in den vergangenen Jahren nicht unterstützt. Grund sind der Test einer Atombombe durch Indien 1998 und die Weigerung des Landes, dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten. Nach In-Kraft-Treten des neuen Abkommens könnten US-Firmen dann Reaktoren und Brennelemente nach Indien liefern. Als Atommacht werden die USA aber Indien damit nicht anerkennen. Indien hat sich bereit erklärt, den zivilen und den militärischen Teil seines Atomprogramms strikt zu trennen und eine internationale Kontrolle über den zivilen Teil zuzulassen.

Singh bekam in Washington aber nicht alle Wünsche erfüllt. Bush machte deutlich, dass die USA einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat für Indien derzeit ablehnen. Indien gehört mit Deutschland, Japan und Brasilien zu den so genannten G-4, die im Zuge einer Reform einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat beanspruchen.

Singh: Werden niemals Atomtechnologie weiterleiten

Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh hat am Dienstag in Washington versichert, sein Land werde niemals Atomtechnologie weiterleiten. In einer Rede vor dem Kongress sagte Singh: "Indien ist eine verantwortungsbewusste Atommacht und sich der gewaltigen Verantwortung bewusst, die mit dem Besitz hoch entwickelter ziviler und strategischer Technologien einhergeht".

Der Kongress muss der Aufhebung der Atom-Sanktionen zustimmen, die Präsident George W..Bush bei seinem Gespräch mit Singh am Montag in Aussicht gestellt hatte. Danach ist es derzeit illegal, zivile Nukleartechnologie an Indien zu verkaufen. Die USA wollten damit die Entwicklung eines Atomwaffenprogramms verhindern. Indien hatte seine erste Atombombe 1974 getestet, eine weitere 1998.

Keine Weitergabe der Technologie

Singh versicherte den Abgeordneten, dass Indien Atomtechnologie nie an Drittländer weiterreichen werde. Indien habe sich an jede Regel der Nichtweiterverbreitung gehalten - anders als Nachbarländer, sagte Singh, ohne Pakistan beim Namen zu nennen. Indien hat den Atomwaffensperrvertrag allerdings bisher nicht unterzeichnet.

Bush hatte sich dafür ausgesprochen, Indien in Zukunft wieder Komponenten für Reaktoren und nuklearen Brennstoff zu verkaufen. Im Gegenzug verpflichtete sich Indien, internationale Inspektionen seines zivilen Atomprogramms zuzulassen, auf weitere Atomtests zu verzichten und keine Atomwaffen an Drittstaaten weiterzugeben. (APA/AP)

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