Umfrage: Meinung der Österreicher von der EU massiv verschlechtert

24. Juli 2005, 09:32
127 Postings

37 Prozent sehen Union als "gute Sache" an - Nur Briten sind kritischer - Mehrheit sieht keine Vorteile der Mitgliedschaft

Wien - Die Meinung der Österreicher von der EU hat sich im vergangenen Halbjahr massiv verschlechtert. Dies geht aus einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage im Auftrag der EU-Kommission hervor, die im Mai und Juni durchgeführt wurde. Demnach sehen 37 Prozent der Österreicher in der EU eine "gute Sache" - das sind um neun Prozentpunkte weniger als bei der Eurobarometer-Umfrage im Herbst 2004. Österreich liegt damit an vorletzter Stelle der 25 EU-Staaten, einen Prozentpunkt vor Großbritannien.

23 Prozent der Österreicher sind der Meinung, dass die EU eine "schlechte Sache" ist, 37 Prozent sehen in ihr weder eine gute noch eine schlechte Sache (jeweils plus fünf Prozentpunkte). Nur in Litauen (minus zehn Prozentpunkte) und Zypern (minus neun) ging das Ansehen der Union ähnlich stark wie in Österreich zurück, wobei in diesen Ländern immer noch 59 bzw. 43 Prozent die EU als gute Sache ansehen.

Mehrheit sieht keine Vorteile der Mitgliedschaft

Im EU-Durchschnitt bezeichnen 54 Prozent der Befragten die Union als "gute Sache" (minus zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Herbst). Die einzigen Staaten, wo sich die diesbezüglichen Werte verbessert haben sind die Niederlande, Portugal, Polen, Tschechien und Lettland. Spitzenreiter ist Luxemburg, wo 80 Prozent der Befragten die EU als "gute Sache" bezeichnen, vor den Niederlanden (77 Prozent), Irland (75 Prozent), Belgien (67 Prozent) und Spanien (66 Prozent).

Von Österreichs Nachbarländern zeigt sich in Ungarn der schlechteste Wert (42 Prozent, minus sieben Prozentpunkte). Deutschland (58 Prozent, minus zwei), Italien (56 Prozent, minus eins) und die Slowakei (54 Prozent, minus drei) haben die besten Werte, deutlich vor Tschechien und Slowenien (jeweils 49 Prozent, plus vier bzw. minus drei).

Ebenfalls zu den Schlusslichtern gehört Österreich bei der Frage nach den Vorteilen der EU-Mitgliedschaft. Nur 41 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) der befragten Österreicher gaben an, dass das Land von der Mitgliedschaft profitiere, während 46 Prozent (plus ein Prozentpunkt) keine Vorteile sahen. Damit gehört Österreich mit Zypern (41 zu 49 Prozent), Großbritannien (40 zu 42 Prozent) und Schweden (36 zu 50 Prozent) zu jenen Staaten, in denen eine relative Mehrheit der Befragten keine Vorteile durch die EU-Mitgliedschaft erkennen kann. Im EU-Durchschnitt hat sich der Anteil jener, die Vorteile sehen, um zwei Prozentpunkte auf 55 Prozent erhöht, der Anteil der Kritiker ist um einen Prozentpunkt auf 33 Prozent zurückgegangen.

Die EU-weite Umfrage wurde zwischen dem 9. Mai und dem 14. Juni 2005 durchgeführt. Befragt wurden 29.328 Personen in den 25 EU-Staaten, den Beitrittsländern Rumänien und Bulgarien sowie der Türkei, Kroatien und Nordzypern. Den österreichischen Teil der Untersuchung hat Gallup vom 12. Mai bis 7. Juni anhand einer für die Gesamtbevölkerung über 15 Jahren repräsentativen Stichprobe von 1.000 Menschen durchgeführt.(APA)

Share if you care.