US-Olympiaattentäter bekommt lebenslänglich für Bombe in Frauenklinik

20. Juli 2005, 08:27
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Rudolph versucht Anschläge vor Gericht zu rechtfertigen: "Moralische Pflicht" gegen Abtreibungsärzte vorzugehen

Birmingham - Der US-Serienattentäter Eric Rudolph ist wegen des Anschlags auf eine Abtreibungsklinik zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden. Richter Lynwood Smith aus Birmingham im US-Bundesstaat Alabama begründete das Strafmaß am Montag unter anderem damit, dass der 38-Jährige keinerlei Reue zeige. Rudolph war durch seinen Bombenanschlag auf die Olympischen Spiele von Atlanta 1996 weltweit bekannt geworden.

Im April hatte er im Rahmen einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft mehrere Anschläge gestanden und entging so der Todesstrafe. Im August soll noch das Strafmaß für die übrigen von ihm eingestandenen Verbrechen verkündet werden, darunter für den Olympia-Anschlag.

In einer wütenden Rede suchte Rudolph seinen Angriff auf die Frauenklinik 1998 in Birmingham erneut zu rechtfertigen. Die Abtreibungsärzte hätten "50.000 Babys in der Woche getötet". Mit seiner Tat habe er seine "moralische Pflicht erfüllt". Bei dem Anschlag auf das Krankenhaus waren ein Polizist getötet und eine Krankenschwester verstümmelt worden.

Rudolph wurde nach siebenjähriger Fahndung im Mai 2003 gefasst. Neben den Olympia-Anschlag mit einer Toten und mehr als hundert Verletzten gestand er Anschläge auf zwei Abtreibungskliniken, auf ein Zentrum für Familienplanung und eine von Lesben besuchte Bar. Rudolph ist ein Anhänger rechtsextremistischen Gedankenguts, handelte jedoch als Einzeltäter. (APA/AFP)

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