Radikalislamischer Geistlicher reist im August ein

19. Juli 2005, 10:43
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Qardawi hatte Selbstmordanschläge gerechtfertigt - Ermittlungen in Leeds intensiviert

London - Der umstrittene und einflussreiche radikalislamische Geistliche Youssef al-Qardawi wird im kommenden Monat zu einem Besuch in Großbritannien erwartet. Der 79-jährige Kuwaiti ägyptischer Abstammung werde am 7. August eine Islam-Konferenz in Manchester besuchen, teilte die britische Ramadhan-Stiftung als Organisatorin am Montag in London mit.

In einem BBC-Interview im Juli vergangenen Jahres hatte Qardawi zu Selbstmordanschlägen in Israel gesagt, diese seien "kein Selbstmord". Bei den Tätern handele es sich vielmehr um "Märtyrer im Namen Gottes". Gott habe "den Schwachen" die Fähigkeit gegeben, "ihre Körper in Bomben zu verwandeln". Die USA haben Qardawi mit einem Einreiseverbot belegt.

"Befugnis zur Ausweisung"

Ein Sprecher des britischen Innenministeriums wollte am Montag nicht direkt zu dem Fall Stellung nehmen. Innenminister Charles Clarke habe "die Befugnis zur Ausweisung", sagte ein Sprecher. Die meisten Ausweisungen würden mit der "nationalen Sicherheit" begründet.

Rund zehn Tage nach den verheerenden Bombenanschlägen in London wurden die Ermittlungen weiter intensiviert. In der nordenglischen Stadt Leeds wurde am Montag eine islamische Buchhandlung abermals überprüft. Zugleich kündigten die pakistanischen Behörden Nachforschungen zu den Besuchen von drei der vier Tatverdächtigen in Karachi an.

Die drei Verdächtigen pakistanischer Abstammung, die bei den Anschlägen vom 7. Juli selbst ums Leben kamen, hatten Karachi im vergangenen Jahr besucht. Mindestens einer von ihnen soll sich kurzzeitig an einer Religionsschule aufgehalten und ein Mitglied einer pakistanischen Untergrundgruppe getroffen haben. Die pakistanischen Behörden sagten detaillierte Ermittlungen zu. (APA/AP)

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