Zwölfjährige Britin gestand Misshandlung von Fünfjährigem

20. Juli 2005, 08:27
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Angeklagte hängte Buben mit Seil an einem Baum auf

London - Ein zwölf Jahre altes Mädchen aus Nordengland hat am Montag die Misshandlung eines fünfjährigen Buben gestanden. Weil sie auf ihn sauer gewesen sei, habe sie ihm ein Seil um den Hals geschlungen und dieses an einem Baum befestigt, sagte das Mädchen vor Gericht im nordenglischen Dewsbury. Der Bub sei ihr gefolgt. "Ich habe ihn nicht gebeten, mit mir zu kommen, und war sauer auf ihn."

Der Fünfjährige war Ende Mai mit Druckstellen am Hals und Prellungen am Körper in einem Wald nahe Dewsbury aufgefunden worden. Er hatte erklärt, er sei an einen Baum gehängt und mit Stöcken und Brennnesseln verprügelt worden. Ein Gerichtsmediziner hatte im Laufe des Verfahrens bestätigt, dass auf den Hals des Kindes mit einem Seil "starker Druck" ausgeübt wurde. "Wenn dieser noch einige Sekunden länger angedauert hätte, wäre er höchstwahrscheinlich gestorben", sagte er.

Das Verfahren wurde bis zum 5. September ausgesetzt. Dann sollen die Schlussplädoyers gehalten werden. Die Angeklagte wurde gegen Zahlung einer Kaution vorläufig freigelassen. Der Fall löste in den britischen Medien Empörung aus. Auch die Einwohner der Region waren geschockt, insbesondere wegen der Ähnlichkeit des Falls mit einem Verbrechen im Jahr 1993. Damals entführten und töteten zwei zehnjährige Buben den kleinen James Bulger, der vor einem Geschäft auf seine Mutter gewartet hatte. (APA/AFP)

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