Preisverfall drückt schwer auf LG-Zahlen

26. Juli 2005, 10:18
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Gewinn bricht um 70 Prozent ein - Umsatz geht auf 4,5 Mrd. Euro zurück

Der südkoreanische Elektronikkonzern LG Electronics hat im abgelaufenen zweiten Quartal 2005 dank des starken Preisverfalls bei Handys und Flachbildschirmfernsehern einen regelrechten Gewinneinbruch verzeichnet. Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahresquartal um sieben Prozent auf 5,62 Bio. Won (4,5 Mrd. Euro) zurück. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, schrumpfte der Nettogewinn bei den Südkoreanern um satte 70 Prozent auf 151 Mrd. Won (121 Mio. Euro). Der starke Einbruch ist vor allem auf die schwache Performance des mit gesunkenen Panelpreisen kämpfenden LCD-Joint Venture LG Philips LCD zurückzuführen. Das Unternehmen, das im Vorjahresquartal noch 353 Mrd. Won (283 Mio. Euro) zum Konzerngewinn beitrug, erwirtschaftete im abgelaufenen Quartal nur noch Gewinne in Höhe von 16 Mrd. Won (12,8 Mio. Euro) für die LG-Bilanz.

Konkurrenzkampf im Handybereich

Dabei machte dem Elektronikriesen auch der anhaltende Konkurrenzkampf im Handybereich zu schaffen. Zwar konnte LG in den vergangenen drei Monaten 12,1 Mio. Handys absetzen und damit 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz der Sparte fiel aber um fünf Prozent auf 1,82 Bio. Won (1,46 Mrd. Euro). Darüber hinaus fuhr die Mobilfunksparte einen operativen Verlust von vier Mrd. Won (3,2 Mio. Euro) ein. Laut Wall Street Journal will LG in diesem Jahr rund 62 Mio. Handys verkaufen. In der ersten Jahreshälfte setzten die Südkoreaner 24 Mio. Handys ab.

Besseres

In der zweiten Jahreshälfte erhofft sich der Konzern mit neuen Handymodellen und einer traditionell höheren Nachfrage nach Fernsehern bessere Ergebnisse. LG warnte aber auch vor einer stagnierenden Wirtschaftslage im eigenen Land und dem starken Won, der die Exporte negativ beeinflussen könnte. Darüber hinaus werde der weiterhin zunehmende Wettbewerb auf dem Handymarkt auf die zukünftigen Zahlen drücken.

Wie LG hat auch der niederländische Elektronikkonzern Philips im abgelaufenen zweiten Quartal der schwächeren Nachfrage im Technologiebereich Tribut zahlen und einen satten Rückgang beim operativen Gewinn hinnehmen müssen . Der südkoreanische Rivale Samsung verzeichnete aufgrund fallender Preise bei den Kernprodukten Handys und Speicherchips ebenfalls einen Gewinneinbruch. Samsung rechnet aber für die zweite Jahreshälfte mit einer deutlichen Verbesserung seiner Ergebnisse. (pte)

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