Wiener Polizisten künftig "feuerwehr-tauglich"

20. Juli 2005, 22:17
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150 Beamte der Verkehrsabteilung werden von Berufsfeuerwehr beim Löschen eines Fahrzeugbrandes geschult

Wien - Ab Ende August sind 150 Beamte der Wiener Verkehrsabteilung des Landespolizeikommandos auch "feuerwehr-tauglich". Seit Anfang Juni schult die Wiener Berufsfeuerwehr unter Leitung von Brandmeister und Ausbildner Johann Rakowitz die Kollegen von der Polizei bei der Bekämpfung von Fahrzeugbränden am Gelände des ARBÖ-Fahrsicherheitszentrums in Wien-Aspern - pro Schulungstag zehn Beamte. Am Montag wurde der siebente von 15 Durchgängen absolviert.

Die Ausbildung umfasst neben dem Löschen eines Fahrzeugbrandes auch die Anwendung des so genannten Stopp-Gurtes zum "sanften Abbremsen" eines Autos, ohne dass es zu einem Reifenplatzer kommt und ein Fahrtechniktraining mit den neuen Motorrädern der Polizei. "Eine derartige Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr gab es in Wien noch nie", sagte Revierinspektor Michael Takacs, Projektleiter der Verkehrsabteilung. Ziel sei es, die Beamten umfassend für Hilfeleistungen jeder Art zu schulen. Im vergangenen Jahr hatte es eine Kooperation mit den Teams des ÖAMTC-Christophorus-Hubschraubern gegeben, 2006 will die Verkehrsabteilung ein Projekt mit der Rettung durchführen.

Ersten 60 Sekunden nach Ausbruch entscheidend

"Wir wollten vor allem zeigen, dass ein Entstehungsbrand auch mit den herkömmlichen, mitgeführten Zwei-Kilogramm-Feuerlöschern effektiv bekämpft werden kann", sagte Brandmeister Rakowitz. Das sei nur innerhalb der ersten 60 Sekunden nach Ausbruch des Feuers möglich. Simuliert wurde mit einem im Motorraum brennenden Auto: Zwei Beamte mussten aus einem Polizei-Kfz aussteigen, den Feuerlöscher aus dem Kofferraum holen und das brennende Kfz binnen dieser 60 Sekunden löschen.

Laut ARBÖ ereignen sich rund 700 Autobrände pro Jahr in Österreich. Die meisten davon kommen nach Unfällen zu Stande, verursacht durch einen Kurzschluss im Hauptkabelstrang oder durch ausfließenden Treibstoff. Fahrzeuge können aber auch durch Überhitzung der Bremstrommeln, Vergaserbrand, undichte Ölleitungen, Überhitzung des Katalysators usw. in Brand geraten. Nach einer Erhebung des ARBÖ führen aber nur 16 Prozent einen Feuerlöscher im Auto mit, während die große Mehrheit von 84 Prozent für den Fall des Falles nicht gerüstet ist. (APA)

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