Nein zur EU-Erweiterung in Österreich am stärksten

24. Juli 2005, 09:32
365 Postings

Nur 31 Prozent dafür - Für Beitritt der Türkei bloß zehn Prozent Plassnik und Josef Pröll kontern Grasser: "Keine Renationalisierung"

Brüssel/Wien - Die Ablehnung der nächsten EU-Erweiterung (Rumänien und Bulgarien) ist innerhalb der Union in Österreich am stärksten. Nach der am Montag veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage sind nur 31 Prozent der Österreicher dafür. Das sind zwar drei Prozentpunkte mehr als bei der letzten Umfrage, aber weniger als in allen anderen EU-Ländern. Die höchste Zustimmung zur Erweiterung gibt es in Slowenien mit 79 Prozent, der EU-Durchschnitt liegt bei 50 Prozent.

Die Zustimmung zu einem EU-Beitritt der Türkei ist in Österreich seit Herbst um 17 Prozentpunkte auf nur noch zehn Prozent gesunken. Auch damit ist Österreich Schlusslicht in der Union (EU-Durchschnitt: 35 Prozent Zustimmung, höchste Rate in Schweden mit 50 Prozent).

Außenministerin Ursula Plassnik und Landwirtschaftsminister Josef Pröll haben am Montag Finanzminister Karl-Heinz Grasser wegen dessen im STANDARD-Interview erhobener Forderung kritisiert, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu verschieben. Grassers Ruf nach "weniger Europa" sei "überflüssig", sagte Pröll: "Renationalisierung ist sicher nicht das Ziel." Auch Grüne und SPÖ übten Kritik an Grasser und fragten nach der Regierungslinie in der EU-Politik. (DER STANDARD, Printausgabe, 19.7.2005)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die türkische Flagge vor dem EU-Parlament: nur 10 Prozent der Österreicher befürworten einen Beitritt der Türkei.

  • Download

    Die ersten Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage (1,3 MB)

    Download
Share if you care.