Rauch-Kallat will Musterprozesse für Aufnahme und Entlassung

18. Juli 2005, 15:03
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Gesundheitsministerin erhofft sich besseres Service und Kosteneinsparungen - SPÖ: "Alte Hüte in neuer Verpackung"

Wien - Im Rahmen der Gesundheitsreform soll es auch zu einer Verbesserung der Koordination zwischen ambulanter und stationärer Versorgung kommen. Dazu sollen Musterprozesse für die Aufnahme und Entlassung eingesetzt werden, wie Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat am Montag betonte. Sie erhofft sich dadurch ein besseres Service für die Patienten und Kosteneinsparungen.

Um dieses Projekt vorzubereiten, hat es einen Feldversuch über zwei Jahre gegeben, der Bericht dazu liegt nun vor. Anhand von 12 typischen Krankheitsbildern wurden Musterprozesse für die Aufnahme und Entlassung ausgearbeitet. Insgesamt nahmen 16 Krankenhäuser mit 29 Abteilungen und 106 weitere Gesundheitseinrichtungen mit mehr als 290 Mitarbeitern am Projekt "Med Together" teil, erläuterte Rauch-Kallat.

Optimierung sei etwa beim Übergang vom Krankenhaus zur Rehabilitation nötig. So sei die Wartezeit durch eine entsprechende Abstimmung verkürzt worden. Durch einfache Maßnahmen könne das Service für die Patienten verbessert werden, so die Ministerin. Ein standardisiertes Aufnahme- und Entlassungsmanagement solle daher nun in ganz Österreich umgesetzt werden.

Netzwerke

Im Rahmen des Projekts seien Netzwerke zwischen Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und Pflegeeinrichtungen geschaffen worden, erläuterte der Betreuer des Projekts, Heinz Ebner von HC Consult. Im einzelnen seien hervorragende Ergebnisse erzielt worden. So gebe es etwa bei Grauer Star-Operationen eine große Warteliste. Viele Patienten würden sich aber kurz davor zurückziehen. Für solche Fälle habe man zusätzlich eine Spontanliste erstellt, für all jene die kurzfristig einspringen wollten. Weites könne die Verweildauer bei Operationen reduziert werden, wenn etwa schon im Rahmen eines ambulanten Besuchs davor alles geregelt werde.

Standardisierung

Rauch-Kallat hofft, dass das Projekt nun im Laufe des nächsten Jahren anlaufen wird. Für die wichtigsten Krankheitsbilder soll es dann eine Standardisierung geben. Die Bundesgesundheitsagentur habe nun darüber einen Beschluss zu fassen, umsetzen müssten es dann die Landesgesundheitsplattformen, die sich bis zum Jahresende konstituieren werden. Das genaue Sparpotenzial konnte die Ministerin am Montag noch nicht beziffern.

SPÖ: "Alte Hüte in neuer Verpackung"

Nach Ansicht der SPÖ verkauft Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) "alte Hüte in neuer Verpackung". Schon Ende der 90er Jahre sei in zwölf Referenzkrankenhäusern das Operations-, Aufnahme- und Entlassungsmanagement evaluiert worden, so Gesundheitssprecher Manfred Lackner am Montag in einer Aussendung. Zur Umsetzung der Erkenntnisse hätte es nicht fünf Jahre und einen neuen Feldversuch gebraucht.

"Die Gesundheitsministerin sollte erklären, warum es nicht schon längst zu einer flächendeckenden Umsetzung eines effizienten Schnittstellenmanagements gekommen ist", so Lackner. In der Sache selbst sei es natürlich zu begrüßen, dass die Gesundheitsministerin endlich etwas unternehme. (APA)

  •  Gesundheitsministerin Rauch-Kallat will Krankheitsbilder standardisieren - für die SPÖ sind ihre Vorschläge "alte Hüte in neuer Verpackung".
    foto: hendrich

    Gesundheitsministerin Rauch-Kallat will Krankheitsbilder standardisieren - für die SPÖ sind ihre Vorschläge "alte Hüte in neuer Verpackung".

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