Historische polynesische Wanderung eine Flucht vor Malaria?

23. Juli 2005, 20:00
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Neuseeländische Forscher entdecken Hinweise auf Parasiten in 3.000 Jahre alten Skeletten

Auckland - Neuseeländische Forscher haben in 3.000 Jahre alten Skeletten in der melanesischen Inselgruppe Vanuatu zahlreiche Schäden gefunden, die Hinweise auf gefährliche Parasiten geben. Damit könnte das Rätsel gelöst sein, warum die (Prä-)Polynesier bei ihrer Ausbreitung im pazifischen Raum auf dem Weg durch die melanesische Inselwelt so schnell waren, berichtet der New Zealand Herald: Sie könnten vor der gefährlichsten Form der Malaria geflohen sein, hervorgerufen durch den Parasiten Plasmodium falciparum.

Nur in den Inselregionen des heutigen Melanesien, in Vanuatu, Papua Neuguinea und den Salomonen ist Malaria endemisch. Die polynesischen Inseln sind malariafrei. Die Paläopathologin Hallie Buckley sieht eindeutige Beweise für die Flucht, um der gefährlichsten Form der Malaria zu entgehen. Die Menschen waren unwissend, dass sich die Erkrankung bereits in ihrem Blut befunden hat. "In Polynesien gibt es keine Malaria und wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge hat es auch nie Malaria gegeben", so Buckley. Als Polynesien wird das Dreieck im Pazifischen Ozean bezeichnet, das mit Hawaii, der Nordinsel Neuseelands und der Osterinsel begrenzt wird.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt übrigens auch der US-Archäologe Edward Gifford: Demnach finden sich deutliche Spuren in der traditionellen Keramik Süd-Chinas und Taiwans, die daraufhin deuten, dass die Polynesier vor etwa 5.500 Jahren von dort gekommen sind, und weiter über die Philippinen und Neuguinea die Inseln besiedelt haben. Etwa vor 1.500 Jahren kamen sie schließlich nach Neuseeland. Den Forschern war immer unklar, warum die Siedler die melanesischen Inseln so rasch hinter sich ließen. "Offensichtlich haben sie Gebiete gesucht, die nicht Malariaverseucht waren", meint Buckley. Sie haben dabei allerdings nicht bemerkt, dass sie bereits erkrankt waren. Weitere Untersuchungen sollen folgen. Die Forscherin hofft darauf, DNA-Spuren von Malaria zu entdecken. Die Skelettfunde geben jedenfalls Hinweise auf die Ernährung und Lebensart der Bewohner und machen deutlich, dass die Menschen unter schweren Gelenkschäden litten. Genetische Untersuchungen sollen jedenfalls die Verwandtschaft zwischen Polynesiern, Melanesiern und Eingeborenen der Insel Taiwan zeigen und weiteren Rätseln um die Besiedelung dieser Region nachgehen. (pte)

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