Hackermagazin "Phrack" - Letzte Ausgabe nach 20 Jahren

26. Juli 2005, 10:22
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Anderes Team kann jederzeit übernehmen - "Eine Gruppe von renitenten Teenagern dafür reicht"

Die letzte Ausgabe des traditionsreichen Hacker- und Phreakermagazins "Phrack" steht kurz bevor. Nach fast 20 Jahren soll die letzte Ausgabe des Online-Magazin auch in gedruckter Form publiziert werden. Auf den Hacker-Treffen "Defcon" (USA) und "What the Hack" (Europa) soll "Phrack Nr. 63" zu kaufen sein.

1.200 Baud

Am 17.11.1985 wurde die erste Ausgabe von "Phrack" in den USA auf einer Mailbox mit 300 und 1.200 Baud Anbindung publiziert, in der sich Interessierte einwählen konnten - vom Internet war damals noch nichts zu merken. Zu den Themen der ersten Ausgaben gehörten Phreaking, Cracking und "Anarchie", wobei der Schwerpunkt auf dem Phreaking, dem Manipulieren von Telefonsystemen, um ohne gigantische Telefonrechnungen auch an entferntere Mailboxen und Rechnersysteme zu kommen, lag.

Themen

Sicherheit im Internet, Verwundbarkeiten verschiedener Systeme bis hin zu sehr abstrakt werdenden Essays über Netzwerksicherheit oder das Erkennen von Angriffen prägten die späteren Ausgaben von "Phrack". Berühmt wurde "Phrack" unter anderem durch das "Hackers Manifesto", das der Hacker "The Mentor" kurz nach seiner Festnahme in "Phrack" publizierte. Seither gilt es als Leitfaden und Richtlinie für Hacker-Vereinigungen wie zum Beispiel den "CCC" - Chaos Computer Club".

"Eine Gruppe von renitenten Teenagern reicht."

Science Fiction-Autor Bruce Sterling führte gegenüber der BBC aus, dass "Phrack" sicherlich wieder in der einen oder anderen Form wiederauferstehen wird, da "ein Gruppe von renitenten Teenagern dafür reicht. Schließlich ist 'Phrack' auch so entstanden". Das aktuelle Redaktionsteam des Magazins sieht die Zukunft skeptischer, da die Lernkurve für angehende Hacker sehr steil ist. Trotzdem bieten sie allen Interessierten an, das Blatt neu heraus zu bringen - die Website wird auf jeden Fall bis 2007 online bleiben.

Krativ

Übrigens: Als Hacker wird üblicherweise eine Person beschrieben, die mit großem Wissen neue Technologie ausreizen will. Verwechselt werden die Hacker oft mit den so genannten Crackern, die Computer nur zu illegalen Zwecken einsetzen, um etwa in fremde Rechner und Netzwerke einzudringen und dort schaden anzurichten. Der Chaos Computer Club (CCC) versteht unter "Hacken" einen "kreativen und respektlosen Umgang" mit Technik.) (APA)

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