Neuzugänge beim Weltkulturerbe: Limes und Mostar-Brücke

18. Juli 2005, 20:12
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Insgesamt 17 Kultur- und sieben Naturerbe-Stätten neu aufgenommen - Kölner Dom und Altstadt von Jerusalem auf Roter Liste

Johannesburg - Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat auf seiner am Sonntag beendeten Konferenz in Durban (Südafrika) 24 Kultur- und Naturstätten in seine Welterbe-Liste aufgenommen, darunter den obergermanisch-rätischen Teil des Limes sowie die Umgebung der Altstadtbrücke von Mostar in Bosnien-Herzegowina. Damit verzeichnet die "Liste des Kultur- und Naturerbes der Menschheit" jetzt 812 Stätten in 137 Ländern.

Keine Anträge aus Österreich auf der Tagesordnung

Von den Neuaufnahmen sind 17 als Kultur- und sieben als Naturerbe-Stätten deklariert worden. Erstmals auf der Liste stehen Stätten in Bahrain, Moldawien und Bosnien-Herzegowina. Eine der Neuaufnahmen - die Salpeterwerke Humberstone und Santa Laura in Chile - wurde als Industriedenkmal zugleich auf die Rote Liste der gefährdeten Weltkulturerbe-Stätten aufgenommen, auf der sich auch der Kölner Dom wegen umstrittener Hochhausbauten befindet. Österreichische Anträge auf Neuaufnahmen standen heuer nicht auf der Tagesordnung.

Rote Liste

Ebenfalls auf der Roten Liste stehen die Ruinen von Jam in Afghanistan, die Altstadt von Jerusalem oder die Sumpflandschaft Everglades in den USA. Dank erfolgreicher Rettungsmaßnahmen wurden drei Stätten rehabilitiert: die Ruinenstadt Butrint in Albanien, der Nationalpark Sangay in Ecuador und die Wüstenstadt Timbuktu in Mali. Einige Stätten wurden großflächig erweitert: So zählen zum grenzüberschreitenden Kulturerbe Belgiens und Frankreichs außer mittelalterlichen Glockentürmen in Flandern und Wallonien (seit 1999 Welterbe) nun auch der Belfried von Gembloux in Belgien und 23 Glockentürme in den Regionen Flandern, Artois, Hainaut und Picardie.

Die Neuaufnahmen

Zu den Neuaufnahmen gehören das belgische Plantin-Moretus-Museum in Antwerpen, die historische südalbanische Stadt Gjirokastra im Drinos-Flusstal, der weißrussische Kulturkomplex der Radziwill-Adelsfamilie in Nieswiez, das historische Zentrum der chinesischen Stadt Macao, die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute französische Hafenstadt Le Havre und die archäologische Ausgrabungsstätte Qal'at al-Bahrain als erste Welterbe-Stätte des arabischen Inselstaates.

Mit der Aufnahme des Struve-Bogens verzeichnen gleich zehn Länder einen weiteren Eintrag auf der Welterbe-Liste: Weißrussland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Moldawien, Norwegen, Russland, Schweden und die Ukraine. Der Struve-Bogen ist eine Kette von Messstationen, die von Hammerfest am Nordkap bis Ismail am Schwarzen Meer reicht. Die Stationen dienten früher der exakten Bestimmung der Größe und Form unseres Planeten und war ein bedeutender Schritt für die Geowissenschaften.

Der Iran ist mit dem Mausoleum von Oljaytu vertreten, Israel mit den biblischen Siedlungen Megiddo, Hazor und Beer Sheba, der so genannten Weihrauchstraße und vier Wüstenstädten im Negev. Auf Kuba wurde die Kolonialstadt Cienfuegos zum Welterbe deklariert, in Italien Syrakus und die Felskammergräber von Pantalica. Afrika erhielt zwei neue Stätten. Eine ist der weltweit größte und älteste Meteoritenkrater in Südafrika, die andere Nigerias Heiliger Hain der Göttin Oshun in Oshogbo. (APA/dpa)

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