Gewinneinbruch bei Philips

27. Juli 2005, 16:21
posten

Schleppende Nachfrage und Überkapazitäten bei Chips bescheren Europas größtem Unterhaltungselektronikkonzern operativen Gewinneinbruch

Amsterdam - Europas größter Unterhaltungselektronik-Konzern Philips hat im zweiten Quartal wegen einer schleppenden Nachfrage und Überkapazitäten bei Chips einen operativen Gewinneinbruch verzeichnet. Beim Ausblick gab sich das Unternehmen vorsichtig.

Der operative Gewinn fiel nach Angaben vom Montag auf 147 Mio. von 356 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal und verfehlte damit deutlich die Schätzungen von Analysten, die im Schnitt von 166 Mio. Euro ausgegangen waren. Der Nettogewinn stieg auf 983 Mio. von 616 Mio. Euro. Dieser Anstieg sei auch einem Sonderertrag in Höhe von 753 Mio. Euro zu verdanken, der durch den Beteiligungsverkauf der Navteq-Aktien erzielt worden sei, teilte Philips mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt inklusive außerordentlicher Posten einen Reingewinn von 884 Mio. Euro erwartet.

Schwache Nachfrage

Philips hatte bereits im vergangenen Monat gewarnt, die schwache Verbrauchernachfrage in Europa werde die Umsätze bei elektronischen Gütern und Haushaltsgeräten belasten. "Die Schwäche im Technologiesektor hat uns weiter Schwierigkeiten bereitet", sagte Philips-Chef Gerard Kleisterlee. Das Unternehmen blieb einem Amsterdamer Analysten zufolge vor allem in den Kernsparten Haushaltsgeräte und Beleuchtungen hinter den Erwartungen zurück. Bei Halbleitern und Verbraucherelektronik habe der niederländische Konzern hingegen die Prognosen getroffen. "Es ist nicht alles dunkel, es gibt einen Silberstreifen am Horizont", sagte der Analyst.

Umsatzanstieg zu erwarten

Philips - in Europa Marktführer bei Rasierern und Haushalts-Espressomaschinen - teilte mit, das Unternehmen erwarte keinen signifikanten Aufschwung im Halbleitermarkt. Im dritten Quartal rechnet Philips gegenüber dem abgelaufenen Quartal mit einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Bereich. Bei der Verbraucherelektronik gelte weiterhin ein Ziel von vier bis 4,5 Prozent Umsatzrendite bis Jahresende.

Die schwache Quartalsbilanz folgte enttäuschenden Ergebnissen des koreanischen Konkurrenten Samsung Electronics von vergangener Woche. Die Philips-Aktie verlor im frühen Amsterdamer Handel 2,03 Prozent auf 22,19 Euro und zeigte sich damit deutlich schwächer als der Gesamtmarkt. (APA/Reuters)

Link
Philips
Share if you care.