Widersprüchliche Zahlen über Freipressungen aus Schubhaft

24. Juli 2005, 18:01
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Ministerium widerspricht "Kurier": 1.072 Entlassungen nach Hungerstreiks im Jahr 2004

Wien - Über 1.000 oder doch nur etwas über 500: Unterschiedliche Zahlen gibt es nun über jene Schubhäftlinge, die in Folge eines Hungerstreiks freigelassen werden mussten. Innenministerin Liese Prokop (V) hatte Verschärfungen beim jüngsten Asylgesetz damit argumentiert, dass sich im vergangenen Jahr 1.072 Schubhäftlinge mit Hungerstreik freigepresst hätten. Recherchen des "Kurier" ergeben andere Zahlen.

In den Schubgefängnissen (offiziell Polizei-Anhaltezentren) und den dazu gehörigen Landespolizeikommanden (außer Villach und Leoben) wurden demnach im Jahr 2004 lediglich 565 Schubhäftlinge wegen Haftunfähigkeit auf Grund von Hungerstreik entlassen, nicht 1.072. Zweifel an den offiziellen Zahlen hat auch Günter Ecker vom Verein Menschenrechte: "Das sind alle Freigelassenen, nicht nur die Hungerstreiker", glaubt er. Im Innenministerium bleibt man aber dabei: "Diese 1.072 Fälle sind aktenkundig, wir glauben unseren Beamten", so ein Sprecher. (APA)

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