Erweiterungskommissar Rehn: Island wäre innerhalb eines Jahres in der EU

21. Juli 2005, 16:48
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Willkommenssignal für EFTA-Staaten: Wirtschaftlich entwickelt, stabil und demokratisch

Reykjavik/Helsinki - Island könnte, wenn es wollte, innerhalb eines Jahres der Europäischen Union beitreten. EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn sagte gegenüber der isländischen Tageszeitung "Morgunbladid", es sei technisch möglich, ein Beitrittsansuchen Islands innerhalb eines Jahres abzuschließen und gegebenenfalls in Island einer Volksabstimmung zu unterziehen.

Stabil und demokratisch

In dem bereits in der Vorwoche erschienenen Zeitungsinterview sagte Rehn, alle EFTA-Staaten (dazu gehören außer Island Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein, Anm.) seien wirtschaftlich entwickelt, stabil und demokratisch und erfüllten daher fast alle Anforderung für eine EU-Mitgliedschaft. Eine solche sei jedoch nicht in erster Linie vom Wunsch EU der abhängig, sondern vielmehr vom Wunsch der Bevölkerung in diesen Ländern und der Absegnung durch eine Volksabstimmung nach Ende von Verhandlungen.

Bis zu ihrem EU-Beitritt 1995 waren auch Finnland, Österreich und Schweden Mitglieder in der Europäischen Freihandelszone (EFTA). Gemeinsam bilden die EU und die EFTA seit 1992 den Europäischen Wirtschaftsraum. Die Norweger lehnten zwei Mal - 1972 und 1994 - einen bereits ausverhandelten EU-Beitritt jeweils in einer Volksabstimmung ab. Derzeit gibt es in keinem der vier EFTA-Staaten eine aktuelle politische Diskussion über einen möglichen EU-Beitritt. (APA)

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