Südafrika will Millionen-Kredit gewähren

31. Juli 2005, 14:05
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"Business Day": Wirtschaftlich Angeschlagenes Land könnte von IWF wegen mangelnder Kooperation ausgeschlossen werden

Johannesburg - Südafrika will seinem wirtschaftlich angeschlagenen Nachbarland Simbabwe nach einem Zeitungsbericht mit einem Millionenkredit helfen. Die Maßnahme sei vor dem Hintergrund eines bevorstehenden IWF-Ausschlusses zu sehen, berichtet das südafrikanische Wirtschaftsblatt "Business Day" am Montag. Es gebe Anzeichen, dass der Internationale Währungs-Fonds (IWF) Simbabwe voraussichtlich in den kommenden Wochen wegen seiner mangelnden Kooperation ausschließen werde.

Finanzhilfe

Eine simbabwische Delegation habe daher Vertreter der Regierung des Nachbarlandes getroffen, um Details für eine Finanzhilfe zu diskutieren. Angedacht sei, dass Südafrika eine Kreditlinie für die Bezahlung der dringend benötigten Strom-, Treibstoff- und Nahrungsmittellieferungen erhalte. Vor einer Woche war Südafrikas stellvertretende Präsidentin Phumzile Mlambo-Ngcuka überraschend zu einem Blitzbesuch in Simbabwe erschienen. Sie habe die Politik beider Länder "synchronisieren" wollen, hatte sie danach erklärt.

Mugabe dankt

Simbabwes Präsident Robert Mugabe hatte sich vergangene Woche ausdrücklich bei Südafrikas Regierung, aber auch den Ländern der Region für ihre Unterstützung bedankt. Nach Angaben von "Business Day" plant er, am Samstag bei seinem jüngsten Verbündeten China um Hilfe zu bitten. China ist unter den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats das einzige Land, das Simbabwes Regierung wegen deren umstrittener Zwangsvertreibungs-Politik bisher nicht verurteilt hat. Bei der im Mai begonnenen Aktion sind nach Schätzungen mehr als 300 000 Menschen brutal aus den Armutssiedlungen vertrieben und ihre Behausungen zerstört worden. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Keine Relation: US-Dollar zum Simbabwe Dollar

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