Teufelskreis Herzinfarkt

25. Juli 2005, 11:53
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Starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die in den linken oder rechten Arm, aber auch in die Halsregion oder in den Oberbauch ausstrahlen können, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Herzjagen: Das sind die alarmierenden Anzeichen für einen Herzinfarkt, die rascheste medizinische Versorgung erfordern.

Was passiert aber zellbiologisch, nachdem ein Blutgefäß sich durch ein Gerinnsel verschließt und den Herzmuskel nicht mehr mit Sauerstoff versorgt? Die Muskelzellen sterben ab, und anders als etwa Leber oder Haut kann sich der Herzmuskel nicht aus eigener Kraft regenerieren. Innerhalb weniger Stunden bauen Enzyme die "extrazelluläre Matrix" auf. Fresszellen kümmern sich um die toten Muskelzellen. An ihre Stelle bilden sich Bindegewebszellen. Die Narbenzone an der Herzwand erstarrt. Ein Teufelskreis beginnt: Die Infarktnarbe beeinträchtigt den Herzschlag. Was an gesunden Muskeln noch übrig ist, bleibt chronisch überlastet. Dadurch sterben noch mehr Zellen ab. Die Herzkammer erweitert sich, und die Wand wird noch poröser.

Mediziner errechneten, dass ein solcher Prozess immerhin bei jedem dritten Opfer eines Herzinfarkts früher oder später einsetzt. Die Herzkraft lässt nach, als letzter Ausweg bleibt nur die Transplantation. Auf ein Spenderherz warten Patienten durchschnittlich 400 Tage. (prie/DER STANDARD, Printausgabe, 18.07.2005)

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