WASG-Vorstand: Deutsche Linkspartei soll PDS-Kürzel weglassen

19. Juli 2005, 10:55
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Thomas Händel: "Da bestehen wir schon drauf" - Erste Weichen für Fusion gestellt

Berlin - WASG-Vorstand Thomas Händel hat von der neuen Linkspartei in Westdeutschland einen Verzicht auf das Kürzel PDS gefordert. "Da bestehen wir schon drauf", sagte das Vorstandsmitglied der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin.

"Die Kernaussage war, dass wir das Kind neu betiteln." Im Westen solle sich die Linkspartei auf diesen Namen beschränken. "Wir wollen der PDS ihre Identität nicht wegnehmen, aber wie wir im Wahlkampf gemeinsam auftreten, da werden wir noch ein Wörtchen mitreden."

Die PDS hatte am Sonntag auf einem Sonderparteitag in Berlin mit großer Mehrheit für eine Namensänderung in "Die Linkspartei" gestimmt. Damit wollte sie den Weg für ein Linksbündnis mit der WASG bei einer vorgezogenen Bundestagswahl im Herbst ebnen. WASG-Vorstand Händel begrüßte die deutliche Entscheidung. "Das war das, was wir von der PDS erwartet haben."

Einige Hürden

Nach der Namensänderung gibt es nach Ansicht Händels wegen des möglichen Kürzels PDS aber noch einige Hürden zu nehmen. "Unsere Leute kandidieren erklärtermaßen nicht gerne oder überhaupt nicht mit dem Kürzel PDS." Die gewählte Variante sei jedoch eine tragfähige Grundlage für die Kandidatur von WASG-Mitgliedern auf den offenen Listen der Linkspartei. Die WASG könne den Verzicht auf das Kürzel PDS auch nicht vorschreiben.

In der kommenden Woche sollen bei der Wahlalternative bereits erste Weichen für eine mögliche Fusion beider Parteien nach der geplanten Bundestagswahl gestellt werden. "Wir werden uns über eine Zeitschiene verständigen", sagte Händel. Die WASG war von enttäuschten SPD-Mitgliedern und Gewerkschaftern gegründet worden. (APA/dpa)

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