Korruptionsverdacht im Hause Infineon

21. Juli 2005, 10:59
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Ermittlungen gegen Manager - Vorstandsmitglied Andreas von Zitzewitz ist zurückgetreten

Das unter Korruptionsverdacht stehende Vorstandsmitglied der Infineon Technologies AG, Andreas von Zitzewitz, hat am Wochenende mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Zitzewitz habe seinen Rücktritt erklärt, um Infineon nicht mit den laufenden Untersuchungen zu belasten und sich voll auf das sich abzeichnende Verfahren zu konzentrieren.

Bestechlichkeit

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung gegen Top-Manager des Chipherstellers. Verdächtigt werden neben dem für die Speicherchip-Sparte zuständigen Zitzewitz auch der früher ebenfalls in diesem Bereich tätige Harald Eggers. Auch gegen den Betreiber der schweizerischen Sponsoring-Agentur BF Consulting, Udo Schneider, wird ermittelt.

Bei einer Großrazzia waren bis zum späten Freitagabend die Konzernzentrale sowie Büros und Wohnungen in Deutschland und der Schweiz durchsucht worden. Zitzewitz und Eggers, bis Ende Juli noch Interimschef des Schweizer Technologieunternehmens Unaxis, wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem vorgeworfen, von Schneider sechsstellige Vermittlungsprovisionen für die Anwerbung von Sponsoring-Partnern bei Motorsport-Veranstaltungen erhalten zu haben, die angeblich nicht versteuert wurden.

Hohe Summen

Zitzewitz galt dem Spiegel zufolge bei einem geplanten Börsengang der Infineon-Speicherchipsparte bisher als Favorit für den Vorstandsvorsitz. Zitzewitz steht laut Focus im Verdacht, 259.000 Euro von Schneider angenommen und Schneiders BF Consulting im Gegenzug Co-Sponsoring-Verträge mit Infineons Zulieferfirmen vermittelt zu haben. Der 2004 bei Infineon ausgeschiedene Eggers soll während seiner Zeit beim Münchner Konzern für 50.000 Dollar einen Co-Sponsoring Vertrag eingefädelt haben.

Das auch in Österreich stark engagierte Unternehmen stellte klar, dass Infineon nach dem Ausscheiden des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Ulrich Schumacher so weit als möglich alle Engagements im Motorsport beendet habe. Infineon selbst sei außerdem nicht Gegenstand der Ermittlungen. (dpa, AP)

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