Skandal verunsichert Großkunden

31. Juli 2005, 18:22
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Gewerkschaft: Sparpaket darf zu keinen betriebsbedingten Kündigungen führen

Hannover/Nürnberg - Der VW-Skandal verunsichert zunehmend die Kundschaft bei Europas größtem Autohersteller. "Wir spüren inzwischen die Auswirkungen. Das Thema ist drin in den Kundenköpfen", sagte Michael Lamlé, Geschäftsführer des VW-Händlerverbands, der Deutschen Presse-Agentur.

Vor allem Großkunden würden die Affären sehr kritisch zur Sprache bringen. Laut einer aktuellen Umfrage ist nach Einschätzung vieler Autokäufer das Image der Marke VW beschädigt.

Imageschaden

Das Nürnberger Marktforschungsinstitut PULS befragte 1000 Menschen, die einen Autokauf planen. 71 Prozent sehen einen Imageschaden bei VW. 15 Prozent der Befragten erklärten ganz generell, nach solchen Skandalen käme für sie der Kauf der betroffenen Marke nicht infrage. Dabei gaben auch viele Befragte, die den Kauf eines VW erwägen, an, dass sie erst einmal abwarten wollen.

Aus konkreten Absatzzahlen lassen sich nach Angaben von Händler-Chef Lamlé aber noch keine negativen Folgen herauslesen. Im Juni fuhr VW sogar einen Rekordabsatz für diesen Monat ein.

"Keine Entlassungen"

Indes dürfen die von VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard angestrebten Einsparungen von sieben Mrd. Euro laut IG Metall nicht zu Entlassungen führen. Der Chef der niedersächsischen IG Metall, Hartmut Meine, sagte der Branchenzeitung Automobilwoche: "Sowohl VW-Chef Bernd Pischetsrieder als auch Herr Bernhard haben bestätigt, dass der Tarifvertrag eingehalten wird. Wir werden somit bis 2011 keine betriebsbedingten Kündigungen haben und es bleibt beim Haustarifvertrag."

Der neue Tarifvertrag enthalte bereits Regelungen zur Verbesserung der Arbeitsprozesse. Dadurch sei es möglich, die "Arbeitsbedingungen zu verbessern und gleichzeitig Kosten zu sparen". Meine: "Ich setze darauf, dass Herr Bernhard ein Autoprofi ist, der die Schwachpunkte bei VW aufdeckt wie zum Beispiel das Qualitätsproblem. Er wird aber auch erkennen, dass er es in Wolfsburg mit einer starken IG Metall zu tun hat." (dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.7.2005)

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