Gusenbauer: Regierung raubt Jugend Zukunftschancen

19. Juli 2005, 14:30
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SPÖ-Vorsitzender konstatiert "Regierungsversagen auf allen Ebenen"

Wien - SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer hat am Sonntag der Regierung vorgeworfen, den jungen Menschen in Österreich die Zukunftschancen zu "rauben". In einer Aussendung konstatierte Gusenbauer "akutes Regierungsversagen" auf allen Ebenen, die für junge Menschen relevant sind. Die Lehrstellenlücke werde immer größer, die Jugendarbeitslosigkeit habe sich seit dem Jahr 2000 beinahe verdoppelt, die Versäumnisse in der Bildungspolitik würden weiter verschärft, Studiengebühren seien entgegen allen Versprechen eingeführt worden und seit vergangener Woche sei auch der freie Hochschulzugang Geschichte.

In der Arbeitsmarktpolitik warf Gusenbauer der Regierung "völliges Versagen" vor. Denn seit dem Antritt der Regierung Schüssel im Jahr 2000 habe sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen (inklusive Schulungen) von 27.731 auf 51.970 (Stand jeweils Ende Juni) beinahe verdoppelt. Damit habe die Regierung auch Österreichs Vorbildrolle in der EU verspielt, denn vor Schwarz-Blau sei Österreich das Land mit der geringsten Jugendarbeitslosigkeit in der Union gewesen. "Heute sind wir weit entfernt von der Spitze." Zudem seien derzeit rund 14.000 Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen, ohne betrieblichen Ausbildungsplatz. Die Lehrstellenlücke werde immer größer.

SP-Modell für gerechten Uni-Zugang

Gegen die Lehrstellenlücke will die SPÖ mit einem Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht-ausbildenden Betrieben angehen. Für die Universitäten müsse sichergestellt werden, dass möglichst alle österreichischen Maturanten, die studieren wollen, das auch dürfen, betonte der SPÖ-Vorsitzende. Die SPÖ wird dazu am kommenden Dienstag gemeinsam mit Grünen-Wissenschaftssprecher Grünewald ein Modell für den gerechten Uni-Zugang nach dem Urteil des EuGH vorstellen. Und für die Schulen fordert die SPÖ flächendeckende Ganztagsschulen, Frühförderung und individueller Förderung für die Kinder, womit auf die Stärken und Schwächen der einzelnen eingegangen werden kann. (APA)

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