Daviscup: Sandkönige siegen auf Rasen

22. Juli 2005, 10:03
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Argentinien setzte sich gegen Australien mit 4:1 durch - Russland drehte 1:2 gegen Frankreich - Kroatien und Slowakei erstmals im Halbfinale

Sydney - Argentinien hat am Sonntag neben Russland, Kroatien und Slowakei das Daviscup-Halbfinale erreicht. Die Südamerikaner setzten sich auf dem Rasenplatz im Olympischen Tennis Centre von Sydney 4:1 gegen Gastgeber Australien durch und stehen damit zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren in der Vorschlussrunde. Verkehrte Verhältinsse also in Down Under, als die Nation der Sandwühler die Rasenspezialisten rasierten.

David Nalbandian gelang durch ein 6:2,6:4,6:4 über Lleyton Hewitt im dritten Einzel der entscheidende Erfolg. Damit avancierte der Wimbledon-Finalist von 2002, der inklusive Doppel für insgesamt drei Punkte sorgte, zum Matchwinner für die Gäste. Den Schlusspunkt steuerte Guillermo Coria mit einem 6:3,7:6 (11) gegen Peter Luczak bei.

Während Nalbandian weiterhin souverän agierte, merkte man Hewitt den Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, deutlich an. "Ich glaube, dass er sehr, sehr nervös war. Das hat mir Zuversicht gegeben und es auch natürlich leichter für mich gemacht", meinte Nalbandian nach seinem Triumph. Australiens Kapitän John Fitzgerald lobte dagegen die Leistung des Argentiniers: "Nalbandian war einfach außergewöhnlich. Besser kann man eigentlich nicht mehr spielen."

Vor den Augen von Ex-Präsident Boris Jelzin hat es das russische Daviscup-Team am Sonntag in Moskau doch geschafft, den 1:2-Rückstand im Weltgruppen-Viertelfinale gegen Frankreich nach dem zweiten Tag noch in einen 3:2-Sieg umzudrehen. Der Weltranglisten-Siebente Nikolaj Dawidenko schlug Richard Gasquet in vier, Igor Andrejew Paul-Henri Mathieu in drei Sätzen.

Erstmals ins Weltgruppen-Semifinale (23. bis 25. September) eingezogen sind Kroatien und die Slowakei mit Heimsiegen über Rumänien bzw. die Niederlande. Kroatien trifft nun auf Russland, die Slowakei auf Argentinien.

Die Russen hatten auch das bisher letzte Duell mit der Grande Nation in ähnlicher Manier im Finale 2002 gewonnen, als Michail Juschnij im entscheidenden Einzel einen 0:2-Satzrückstand noch zum entscheidenden dritten Punkt verwertete. Dawidenko und Co. schafften den 3:2-Erfolg in Abwesenheit des am Knie verletzten Australian-Open-Siegers Marat Safin.

Großer Jubel auch in Preßburg nach dem entscheidenden Punkt zur uneinholbaren 3:1-Führung durch Dominik Hrbaty. Sein Gegner Peter Wessels musste bei 3:6,1:6,0:3 wegen einer Rippenverletzung aufgeben. "Nach dem Eishockey-WM-Titel (2002-Anm.) ist das das zweitbeste Resultat für die Slowakei. Eishockey wird aber nur in ein paar Ländern gespielt, aber Tennis wird rund um die Welt betrieben", freute sich Hrbaty, der zwei Einzelsiege zum Halbfinaleinzug beisteuerte.

Die Slowaken haben auch gegen die Argentinier, die den Österreich-Bezwinger Australien mit 4:1 bezwungen hatten, im September Heimvorteil. "Wir sind stark genug, auch gegen die Argentinier zu gewinnen", freut sich Hrbaty schon auf den nächsten Länderkampf.

In Split war Ivan Ljubicic auf Hallen-Teppichboden der große Held der Gastgeber. Trotz eines Goran Ivanisevic in der Vergangenheit hatte es Kroatien zuvor noch nie ins Weltgruppen-Halbfinale geschafft, Ljubicic war an allen drei Punkten der Kroaten beteiligt und gab in beiden Singles nicht einmal einen Satz ab. Die Kroaten hatten in Runde eins auch die USA ausgeschaltet. (APA,dpa,ag.)

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    Der Sieg ist argentinisch.

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