Taifun "Haitang" legte Taiwan lahm

19. Juli 2005, 10:59
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Million Haushalte ohne Strom - Schulen, Behörden und die Finanzmärkte geschlossen - Sintflutartige Regenfälle

Taipeh - Mit sintflutartigen Regenfällen und heftigen Windböen hat der Taifun "Haitang" am Montag Taiwan erreicht. Schulen, Regierungsgebäude und die Börse blieben geschlossen während der Wirbelsturm auf die Hauptstadt Taipeh zuraste.

Mit Windstärken von 184 Kilometer pro Stunde und Böen von bis zu 227 Stundenkilometern fegte der Sturm über das Land hinweg. Nach heftigen Regenfällen in den Bergregionen warnte die Regierung in Taipeh vor Erdrutschen und Überschwemmungen. In der normalerweise hektischen Hauptstadt blieben die Straßen am Vormittag weitgehend leer. Sandsäcke sicherten die Türen von Geschäften und Wohnhäusern. Flüge wurden gestrichen, in den Häfen wurden keine weiteren Schiffe beladen. Laut Katastrophenzentrum kam in der Bevölkerung bisher jedoch niemand zu Schaden.

Taifun wandert voraussichtlich zur chinesischen Fujian-Küste

"Das Auge des Sturms sollte heute über das Land ziehen und uns heute Nacht verlassen, obwohl die Inseln auch morgen noch unter dem Einfluss starker Regenfälle und Winde stehen werden", teilte das Wetteramt mit. Der Taifun werde voraussichtlich über die Meerenge Taiwans zur chinesischen Fujian-Küste wandern. Das derzeitige Zentrum von "Haitang" sei über dem Meer vor der Südostküste Taiwans, rund 70 Kilometer südlich der Stadt Hualien.

Die Bevölkerung wurde aufgefordert, lose Gegenstände im Freien zu befestigen, Fahrten in die Berge oder ans Meer zu vermeiden und Wasservorräte für zwei Tage anzulegen. Nach Behördenangaben sind durch den Sturm rund 38.000 Haushalte ohne Strom. "Haitang" weckt Erinnerungen an andere Stürme, die in Taiwan schwere Verwüstungen hinterlassen haben. 2001 starben 200 Menschen während des Taifuns "Toraji". Wenige Monate später verursachte "Nari" die schlimmsten Überschwemmungen in der Geschichte des Landes. Damals kamen 100 Menschen ums Leben. Die tropischen Wirbelstürme treten jedes Jahr von Sommer bis Herbst in der Region um Taiwan, Japan, die Philippinen, Hongkong und Südchina auf. (APA/Reuters/AFP)

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