Busexplosion möglicherweise anti-britischer Anschlag

26. Juli 2005, 18:00
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"Observer" sieht "koordinierte Serie von Angriffen gegen britische Interessen"

London/Wien/Ankara - Der Bombenanschlag im westtürkischen Badeort Kusadasi, bei dem fünf Menschen, darunter eine britische Touristin, getötet wurden, hat in Großbritannien neue Terrorängste ausgelöst. Die Zeitung "The Observer" weist Sonntag Früh in ihrer Internet-Ausgabe darauf hin, dass in dem Kleinbus 14 Urlauber saßen, die mit dem britischen Reisebüro Thomas Cook in die Türkei gereist waren.

"Zehn Tage nach den Anschlägen in London, die 55 Menschenleben forderten, erweckt das jüngste Bombenattentat in der Türkei stark den Eindruck einer sorgsam koordinierten Serie von Angriffen gegen britische Interessen", schreibt "The Observer". Daher sei zu befürchten, dass weitere Anschläge bevorstehen.

Anschläge auf HSBC und britisches Generalkonsulat

Auch wenn sich der Verdacht anfangs gegen kurdische Nationalisten gerichtet habe, die in jüngster Zeit für Anschläge in Tourismus-Gebieten verantwortlich gemacht wurden (darunter auch in Kusadasi), weise doch in zunehmendem Maße vieles auf eine Urheberschaft von Islamisten hin, meint das Blatt. Diese hätten in den vergangenen zwei Jahren Bombenanschläge auf den Hauptsitz der britischen Bank HSBC in der Türkei und auf das britische Generalkonsulat verübt. Dabei seien mehr als 30 Menschen getötet worden, darunter Generalkonsul Roger Short.

"The Observer" zitierte auch einen hochrangigen Kommandanten der Kurden-Rebellen, Zubeyir Aydar, der in einer Erklärung gegenüber der in Deutschland ansässigen Agentur Mesopotamia den Anschlag in Kusadasi verurteilt hatte.

Die Bombe explodierte bei einem Denkmal des Vaters der zentralistischen und laizistischen Türkischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, der kurdischen Nationalisten und Islamisten gleichermaßen verhasst ist.

Kusadasi ("Vogelinsel") ist ein bei britischen und deutschen Touristen beliebter Ferienort an der türkischen Ägäis-Küste, rund 70 Kilometer von Izmir entfernt. Nahe Kusadasi befinden sich die gut erhaltenen Ruinen der antiken Stadt Ephesos, die Höhle der "Siebenschläfer" sowie das angebliche Sterbehaus der Jungfrau Maria. (APA)

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