Blair: Anschläge haben nichts mit Irak-Krieg zu tun

21. Juli 2005, 22:21
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Zurückgetretene Entwicklungsministerin Clare Short: "Niedermetzeln irakischer Zivilisten schürt die Wut"

Labour-Linke bringen Londoner Anschläge mit Irak-Krieg in Verbindung Premier widerspricht

London/Leeds - Erstmals haben britische Politiker vom linken Flügel der Labour Party die Londoner Terroranschläge mit dem Irak-Krieg in Verbindung gebracht. Labour-Premier Tony Blair widersprach ihnen am Samstag und sagte, beides habe nicht das Geringste miteinander zu tun.

Die ehemalige Entwicklungsministerin Clare Short, die aus Protest gegen den Irak-Krieg zurückgetreten war, sagte: "Einige Stimmen aus der Regierung hören sich an, als ob auf der einen Seite alles böse wäre und bei uns alles toll, dabei sind wir in das Niedermetzeln einer großen Zahl irakischer Zivilisten verwickelt und unterstützen eine Nahost-Politik, die in den Augen der Palästinenser mit zweierlei Maß misst - das schürt natürlich die Wut." Ähnlich äußerte sich der Unterhausabgeordnete John McDonnell, ein Wortführer der Kriegsgegner bei Labour.

Blair wies diese Sichtweise zurück. Die Selbstmordattentäter hätten nicht so gehandelt, weil sie vom Islam oder konkreten politischen Überzeugungen getrieben worden, sondern von einer "Ideologie des Bösen". "Wenn sie durch den Irak angetrieben werden, warum bringt dieselbe Ideologie dann auch Iraker durch Terror um - trotz einer gewählten irakischen Regierung?", fragte Blair.

"Es ist kein Zusammenstoß der Zivilisationen", sagte der Premier in London. "Alle zivilisierten Menschen, ob Moslems oder nicht, empfinden Verachtung für die Terroranschläge." (APA/dpa/AP)

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    Tony Blair: "Wenn sie durch den Irak angetrieben werden, warum bringt dieselbe Ideologie dann auch Iraker durch Terror um - trotz einer gewählten irakischen Regierung?"

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