Nach Mordversuchen im UKH: Verdächtiger wieder einvernommen

18. Juli 2005, 21:59
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Vermutlicher Täter war über Tempo verärgert und hat Grazer deshalb "geschüttelt"

Salzburg - Nach dem Doppelmordversuch an seinem Bergkameraden und einem Oberösterreicher auf der Intensivstation im Salzburger Unfallkrankenhaus (UKH) wurde am Freitag der 45-jährige Verdächtige neuerlich von der Untersuchungsrichterin einvernommen. Der Kuchler gab an, dass er sich über das langsame Tempo des Grazers bei der Tour am Untersberg geärgert und ihn deshalb "geschüttelt" habe, meldeten die "Salzburger Nachrichten" in ihrer Ausgabe am Samstag.

Ulrich H. stürzte am Untersberg 40 Meter in die Tiefe und verletzte sich schwer. Seine Lebensgefährtin, die als erste der Dreiergruppe gegangen war, bemerkte den Unfall erst, als der Grazer fiel. Geplagt von Schuldgefühlen soll der 45-jährige Salzburger am vergangenen Sonntag den Bergkameraden in der Intensivstation des Spitals mit einem Stanley-Messer lebensgefährlich verletzt haben und - vermutlich um die Spur zu vertuschen - ebenso einen im gleichen Zimmer untergebrachten Pensionisten aus Oberösterreich.

Tiefschlafphase

Einen Tag vor dem Attentat sollte bei dem Grazer bereits die Tiefschlafphase beendet und mit der Aufwachphase begonnen werden. Ob der Verdächtige davon wusste, steht noch nicht fest. Sicher ist, dass der mutmaßliche Täter "mehrfach vorher schon als Besucher in der Intensivstation gewesen war. Er war als sein Retter nach dem Bergunfall dem Personal bekannt", hatte Primar Alois Karlbauer in der Landeskorrespondenz am Freitag festgehalten.

Wann der Gesundheitszustand eine polizeiliche bzw. gerichtliche Einvernahme des Steirers Ulrich H. zulässt, darüber konnte der Primar noch keine Prognose abgeben. Jedenfalls ist nun die Justiz am Zug. (APA)

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