Broukal: Gehrer bereitet Schranken für alle Unis vor

26. Juli 2005, 15:37
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SPÖ-Wissenschaftssprecher fordert Wechsel des Vorsitzenden des Wissenschaftsrates

Wien - SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal wirft Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) vor, Auswahlverfahren und generelle Schranken für alle Universitäten und alle Fächer - und zwar zeitlich unbefristet - vorzubereiten. Grund dafür ist der Vorschlag des neuen Vorsitzenden des Wissenschaftsrates, des "zentralen Beratungsorgans der Bildungsministerin" in Hochschulfragen, Jürgen Mittelstraß, an allen Unis und für alle Studienfächer Zugangsbeschränkungen einzuführen. Broukal fordert eine sofortige Stellungnahme Gehrers dazu.

Für den SPÖ-Wissenschaftssprecher "spricht es Bände", dass sich die Ministerin als Chefberater jemanden wählt, der das komplette Ende des freien Hochschulzuganges wolle. "Warum suchen Sie als BeraterIn nicht jemanden aus, der sich dem freien Hochschulzugang verpflichtet fühlt, Frau Gehrer?", fragt Broukal am Samstag in einer Aussendung die Bildungsministerin.

Der SPÖ-Wissenschaftssprecher rät Gehrer, "sofort den Berater zu wechseln und mit einem kompetenten Team offen und ehrlich den Ausbau der österreichischen Universitäten anzugehen. Wenn Sie aber Jürgen Mittelstraß mit seinen absurden Plänen als Chefberater behalten, wird ihnen niemand mehr glauben, dass sie den freien Hochschulzugang erhalten wollen", richtet Broukal der Ministerin aus.

ÖVP weist SPÖ-Kritik zurück

ÖVP-Wissenschafstssprecherin Gertrude Brinek hat am Samstag die Kritik ihres SPÖ-Kollegen Josef Broukal am Vorsitzenden des Wissenschaftsrates, Jüren Mittelstraß, zurückgewiesen. Es zeuge einmal mehr von "Broukals ausgeprägtem Kleingeist", wenn der SPÖ-Wissenschaftssprecher den international anerkannten Geisteswissenschafter, Bildungstheoretiker und Universitätsreformer Mittelstraß nicht kenne und nicht ernst nehmen wolle. Mittelstraß sei ob seiner Kompetenz ein international gesetzter "Österreich-Berater" und nicht nur ein "Gehrer-Berater", sagte Brinek.

"In der ganzen Welt ist Univ. Prof. Jürgen Mittelstraß gefragt und gesucht. Österreich kann stolz sein, wenn ihn der Wissenschaftsrat zum Vorsitzenden gewählt hat", meinte die ÖVP-Wissenschaftssprecherin. Die Expertenurteile des Wissenschaftsrates seien zur Evaluierung der nun von der Regierung ermöglichten Zugangsregulierungen während der zweijährigen Beobachtungsphase eine wesentliche Hilfe. "In dieser Evaluierung sind sowohl nationale als auch internationale Uni-Gremien unter Einbeziehung der Studierenden-Vertretern eingebunden." (APA)

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