Strategiedefizite bei mobiler Kommunikation in Unternehmen

26. Juli 2005, 10:15
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Budget und Wissen fehlt

Fast alle Unternehmen haben mobile Geräte im Einsatz und sind von den Wettbewerbsvorteilen des Mobile Business überzeugt - doch vier von zehn haben keine eindeutige Strategie. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie von Christoph Wamser von der Deutschen Gesellschaft für Managementforschung (DGMF), der Technologieberatung KI AG und der vdi-Nachrichten.

Unternehmen nutzen die mobile Kommunikation mehrheitlich im Büro (87 Prozent), für den Intranetzugang (72 Prozent), Vertrieb (56 Prozent) und Service (45 Prozent). Weniger populär sind dagegen mobile Überwachung, Steuerung, Ortung und Einkauf. 60 Prozent aller Befragten geben zu Protokoll, sie hätten eine Mobile-Business-Strategie. "Das heißt aber im umgekehrten Sinne auch, dass vier von zehn Unternehmen - alle haben mobile Anwendungen im Einsatz - Mobile Business nutzen, ohne sich strategisch darüber Gedanken gemacht zu haben", so Wamser.

Ein wesentlicher Teil der Unternehmen investiere wertvolle Ressourcen in Mobile Business, ohne eine klare Vorstellung vom Wertbeitrag der Mobilfunktechnologien zu haben. "Für mich ist das Umfrageergebnis ein wenig unverständlich. Wir haben eine IT-Strategie, aber nicht notwendigerweise eine definierte Mobile-Business-Strategie. Stattdessen setzen wir je nach Geschäftsbedürfnissen mobile Lösungen ein. Mobilität ist heute integraler Bestandteil einer Kommunikations- und IT-Strategie. Das merken wir auch in allen Kundenprojekten“, so die Markterfahrungen von Helmut Reisinger, Geschäftsführer des Stuttgarter IT-Dienstleisters Nextiraone .

Gerade für Vertriebs- und Serviceunternehmen mit einer Feldorganisation erschließe sich ein ungeheures Wertpotenzial. "Wir steuern beispielsweise alle 400 Außendiensttechniker mit mobilen Applikationen, damit sie optimal, informativ vorbereitet beim Kunden ihre Jobs erledigen können. Ohne mobile Anwendungen hätten wir den Effektivitätsgrad von 92 Prozent ‚First Time Fix Rate’ (Erstlösungsrate) nie erreicht. Mit dieser Rate und Anwendung sind wir europaweit an der Spitze“, so Reisiner.

Die mobile Kommunikation müsse eng mit der IT-Strategie und den Anwendungen verzahnt sein. "Es ist unabdingbar, dass auch die Nutzer bereits in die Strategie einbezogen werden. Das stellt eine hohe Akzeptanz der Lösung sicher“, rät der IT-Experte Reisinger. Zurzeit investieren nur sechs Prozent aller Befragten mehr als 20 Prozent des gesamten IT-Budgets für Mobile-Business-Anwendungen. Allerdings soll sich der Anteil schon 2007 verdreifacht haben.

Wichtiger als die absolute Höhe des Budgets scheint für den Wissenschaftler Wamser, dass 40 Prozent aller befragten DAX30-Unternehmen erklären, nicht über ausreichende Ressourcen zu verfügen. "Da ist es um Großunternehmen und den Mittelstand besser bestellt." Eine mögliche Erklärung: der Wettbewerb um knappe IT-Budgets. Mobile Business konkurriere, so Wamser, hier stärker mit den Großprojekten im Bereich ERP (Unternehmenssoftware), EAI (Enterprise Application Integration) und IT-Sicherheit - "ein harter Wettbewerb für eine junge Disziplin". (pte)

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