Krankenversicherung: Bittner für Höchstbeitragsgrundlage 5.000 Euro

16. Juli 2005, 12:37
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WGKK-Obmann: Kritik an Selbstbehalten - Wenn schon Staffelung nach Einkommen

Wien - Für eine Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung von derzeit 3.630 Euro auf 5.000 Euro spricht sich der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, Franz Bittner, aus. Angesichts des Defizits in der Krankenversicherung müsste die Finanzbasis für Beiträge verbreitert werden. Kritisch äußert sich Bittner in der "Ärzte Krone" über Selbstbehalte. "Grundsätzlich wünschenswert wäre es, überhaupt keine Selbstbehalte zu haben", doch wenn schon, sollten diese nach Einkommen gestaffelt werden.

Optimistisch zeigt sich Bittner, weil es bezüglich der Finanzfrage auch ein Umdenken in der Wirtschaftskammer gebe. So habe der stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer, Reinhold Mitterlehner, bereits eine Ausweitung der Beitragsgrundlage auf andere Einkunftsarten angeregt. Zinsen, Mieteinkünfte sowie Einkommen aus Kapitalvermögen könnten zur Leistung von Sozialversicherungsbeiträgen herangezogen werden. Bittner will, dass Überstunden ebenso zur Berechnung der Sozialversicherung herangezogen werden wie der Grundbezug selbst.

Schlechte Zeiten

Wenn die Solidarität nicht nach oben hin eingefordert werde, sieht Bittner schlechte Zeit für das Sozialsystem und die Krankenversicherung hereinbrechen. "Der Wohlfahrtsstaat neigt dazu, den sozial Starken mehr Versicherungsschutz zu geben als den Schwachen. Wenn wir die satzungsmäßigen Leistungen zurückfahren, trifft das die Schwachen".

Als Alternative zur jetzigen Form des Selbstbehalts sieht es Bittner, dass "jeder nach seinem Einkommen einen maximalen Selbstbehalt pro Jahr zahlen muss, danach nichts mehr. Die Festlegung muss nach dem Einkommen gestaffelt sein". Vielen älteren oder chronisch kranken Personen wäre damit geholfen. (APA)

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