Türkei: Vier Tote bei Schiffsunglück

17. Juli 2005, 20:46
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Ausflugsboot in Ufernähe gesunken

Alanya - Tragisches Ende einer Mondscheinfahrt: Ein mit schätzungsweise 130 Menschen überladenes Ausflugsboot ist in der Nacht auf Samstag vor dem Hafen der südtürkischen Touristenstadt Alanya gesunken. Dabei ertranken nach Angaben der Behörden vier türkische Ausflügler, darunter zwei Kinder, obwohl zwischen Boot und dem rettenden Ufer nur 20 Meter Entfernung lagen.

Ein Dutzend Menschen, die dem Ertrinken nahe waren, wurden in Krankenhäuser gebracht. Zugelassen war die "Paradise Garden" (Paradies-Garten) für maximal 72 Menschen. Ausländische Touristen waren nicht an Bord.

Koch als Bootsführer

Der seit dem Unglück flüchtige Bootsführer habe normalerweise als Koch auf dem Schiff gearbeitet, berichteten türkische Zeitungen am Sonntag. Genaue Angaben über die Zahl der Männer, Frauen und Kinder an Bord gab es nicht, da weder Fahrscheine ausgegeben wurden noch eine Liste der Fahrgäste vorlag.

Die Billig-Mondschein-Fahrt war für eine Lira (0,63 Euro) angeboten worden. Nach dem Unglück verhängten die Behörden ein vorläufiges Verbot für derartige Bootstouren.

"Zum Glück ereignete sich der Unfall in der Nähe des Hafendamms", sagte der Landrat von Alanya, Günhan Sarikaya. "Einige hundert Meter weiter draußen, und wir hätten eine noch größere Katastrophe erlebt."

Der einzige Grund für das Unglück war demnach, dass das Boot überladen war. Zunächst hatte es geheißen, das Schiff sei auf einen Felsen aufgelaufen. Viele Ausflügler schwammen an das nur 20 Meter entfernte Ufer. Andere wurden von den Besatzungen mehrerer im Hafen liegender Fischerboote aus dem Wasser gezogen. (APA/dpa)

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