Fünf Tote bei Anschlag in Ferienort

17. Juli 2005, 19:05
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Erhöhte Sicherheits-Vorkehrungen in Tourismuszentren - Ermittler glauben nicht mehr an Selbstmord-Anschlag - Bombe detonierte in Minibus

Berlin/Kusadasi/London - Nach dem bisher blutigsten Terroranschlag gegen Touristen in der Türkei mit fünf Toten und 14 Verletzten haben die türkischen Behörden am Wochenende die Sicherheitsvorkehrungen in Izmir und den Touristenorten an der Ägäisküste verstärkt. In Kusadasi, Marmaris und Bodrum wurden unter anderem Straßenkontrollen eingerichtet. Bei dem Anschlag am Samstag war ein vollbesetzter Kleinbus in die Luft gesprengt worden.

Alle Opfer identifiziert

Einen Tag nach Anschlag hat die Polizei noch keine heiße Spur. Die Ermittlungsbehörden hätten allerdings nach Identifizierung aller Opfer nicht mehr den Verdacht, dass sich eine junge Selbstmordattentäterin in die Luft gesprengt haben könnte, berichteten türkische Zeitungen am Sonntag. Bekannt hat sich zu dem Terroranschlag bisher niemand.

Bei der Explosion waren fünf Menschen getötet worden, darunter zwei Urlauberinnen aus Irland und Großbritannien. Auch unter den Verletzten sind mehrere britische Touristen.

Großbritannien, Irland und andere europäische Länder verurteilten den Terrorakt. Es war bereits der zweite Anschlag in einem Touristenort an der türkischen Ägäisküste innerhalb einer Woche. Zu dem vorangegangenen Anschlag im Küstenort Cesme hatten sich kurdische Extremisten bekannt.

Reiseveranstalter warten ab

Die Touristikkonzerne Thomas Cook und TUI, die allerdings keine Reisen nach Kusadasi anbieten, erklärten, sie würden zunächst die weitere Entwicklung in der Türkei beobachten. Ein Thomas-Cook-Sprecher erklärte, es gebe bis dato keine Hinweise darauf, dass sich die Gefährdung in der Türkei geändert habe. TUI-Sprecher Mario Köpers sagte, man werde am Montag entscheiden, wie eventuelle Umbuchungswünsche behandelt würden. Bisher gebe es aber nur sehr vereinzelt entsprechende Wünsche von Kunden.

Die Regierungen Großbritanniens und Irlands verurteilten die Tat. Der britische Außenminister Jack Straw erklärte, sein Regierung verurteile den "abscheulichen Akt", der das Leben vieler Unschuldiger gekostet habe. London stehe "Seite an Seite" mit der Türkei in ihrer Anteilnahme und in der Ablehnung, "Terroristen unsere Werte und unsere Freiheit zerstören zu lassen". Der irische Außenminister Dermot Ahern teilte in einer Stellungnahme mit, es gebe "keinerlei Rechtfertigung" für den "grausamen und sinnlosen Akt". Er rufe die türkische Regierung auf, die Verantwortlichen "mit äußerster Anstrengung" zu verfolgen. (APA/AP/Reuters/dpa)

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    Sanitäter versorgen einen Verletzten.

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