Wer in Benzindämpfen arbeitet, erhöht sein Unfallrisiko beträchtlich

18. Juli 2005, 08:30
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Dauerhaftes Ausgesetztsein als Problem - Absauganlagen auf Tankstellen verschaffen Abhilfe

London - Benzindämpfe aus Zapfsäulen können bei dauerhaftem Einatmen das Unfallrisiko mehr als verdoppeln. Das haben die Unfalldaten von 20.000 Arbeitnehmern in Taiwan gezeigt, wie das britische Magazin "New Scientist" berichtet.

An Zapfsäulen Beschäftigte hatten demnach auf dem Heimweg 2,4 Mal mehr Unfälle als Büroangestellte. Auf dem Hinweg glichen sich dagegen die Unfallraten. Die seit 1997 auch in Deutschland vorgeschriebenen Absauganlagen für Benzindämpfe schalten das zusätzliche Risiko der Studie zufolge effektiv aus.

Die Erhebung

Das Team von Jung-Der Wang von der taiwanesischen Nationaluniversität in Taipeh zählte die Unfälle der 20.000 Mitarbeiter eines einzelnen Unternehmens. Rund die Hälfte der Angestellten war an Zapfsäulen beschäftigt, die anderen hatten Bürojobs. Zwischen diesen Gruppen gab es keine demographischen Unterschiede.

Von 1991 bis 2000 erfassten die Forscher 626 Verkehrsunfälle mit Verletzungen. Die Zapfsäulen-Arbeiter hatten dabei insgesamt 61 Prozent mehr Unfälle als ihre Bürokollegen. Nachdem 1997 Absauganlagen auf Tankstellen auch in Taiwan Pflicht wurden, sank die Unfallrate der Zapfsäulen-Arbeiter auf das Niveau der Allgemeinbevölkerung, wie die Forscher beobachteten.

Risiko für die Lenker?

Trotz einer entsprechenden EU-Direktive sind solche Absauganlagen noch nicht in allen europäischen Ländern Standard. Der schottische Toxikologe Sean Semple (Universität Aberdeen) glaubt immerhin nicht, dass Autofahrer beim gelegentlichen Tanken einer Gefahr ausgesetzt sind. "Ich würde annehmen, dass der kurzzeitige Kontakt mit Lösungsmitteln recht intensiv sein müsste, um irgendeine Folge zu haben", sagte er dem "New Scientist". Allerdings wabern durch manche Autos auch Benzindämpfe aus undichten Reservekanistern.(APA/dpa)

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New Scientist: "Petrol workers accident prone on drive home"
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