Bengtsson-Kidnapper und Helfer verurteilt

17. Juli 2005, 20:43
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Erst als der schwedische Unternehmer-Sohns in eine schallisolierte Kiste gesperrt wurde, sei Komplizen ein Licht aufgegangen

Stockholm - Die Entführer des schwedischen Unternehmer-Sohns Fabian Bengtsson sind am Freitag von einem Gericht in Göteborg jeweils zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die längste Strafe von zehn Jahren wegen Entführung und Versuchs der schweren Erpressung erhielt jener 43-Jährige, der von der Staatsanwaltschaft als Haupttäter bezeichnet wurde.

Schallisolierte Kiste

Nur wegen Entführung wurde ein 25-Jähriger zu sechs Jahren Haft verurteilt - er gilt als Helfer des 43-jährigen Haupttäters. Dieser hatte ihn als unbedeutenden Handlanger bezeichnet, der ursprünglich nicht einmal gewusst habe, dass er sich an einer Entführung beteilige. Erst als die beiden den entführten Bengtsson in eine schallisolierte Kiste gesperrt hätten, sei seinem Komplizen ein Licht aufgegangen, hatte der Hauptangeklagte vor Gericht erläutert.

Jener Anfang Februar in Wien festgenommene 27-Jährige, der von der Wiener Polizei als "Trittbrettfahrer" eingestuft worden war, erhielt zwei Jahre Gefängnis wegen Beihilfe zum Versuch der schweren Erpressung.

Der Sohn des Konzernchefs und künftige Firmenerbe von Siba, einer in ganz Schweden operierenden schwedischen Elektrokette, hat ein geschätztes Privatvermögen von umgerechnet 1,7 Millionen Euro. Die Familie des gekidnappten 32-Jährigen soll von den Verurteilten 450.000 Kronen (47.970 Euro) Schadenersatz erhalten - 300.000 Kronen weniger als gefordert. (dpa, DER STANDARD Printausgabe 16/17.7.2005)

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