Mazedonien: Grünes Licht für Festnahme von Extremistengruppe erhalten

18. Juli 2005, 06:28
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Staatschef Crvenkovski: Situation im Land ist normal

Belgrad/Skopje - Die mazedonische Polizei hat am heutigen Freitag grünes Licht für die Festnahme einer Gruppe albanischer Extremisten im Dorf Kondovo, nördlich der Hauptstadt Skopje, erhalten. Das Innenministerium werde alle notwendigen Maßnahmen unternehmen, um diese Personen, die als Straftäter bekannt seien und die auch rechtskräftig abgeurteilt wurden, der Justiz vorzuführen, kündigte der Staatschef Mazedoniens, Branko Crvenkovski, nach der Sitzung des Nationalrates für Sicherheit an.

Der mazedonische Präsident bezeichnete gleichzeitig die Lage im Land als "normal", meldete der TV-Sender A-1 in Skopje. Mazedonische Medien berichteten in den letzten Tagen über die Konzentration albanischer Extremisten in Kondovo und an der Grenze zum Kosovo. Die Situation schien sich nach einem bewaffneten Angriff auf eine Polizeistation im Dorf Vratnica unweit der Grenze zum Kosovo in der Nacht auf Dienstag weiter zuzuspitzen.

Das Dorf Kondovo wird seit mehreren Wochen von der Extremistengruppe unter dem Kommando von Agim Krasniqi, einem der Extremistenführer bei den Spannungen im Jahre 2001, kontrolliert.

Mazedonien war vor vier Jahren durch mehrmonatige Kämpfe zwischen albanischen Extremistengruppen und Regierungstruppen beinahe an den Rand des Bürgerkrieges gelangt. Die Situation beruhigte sich nach dem Abschluss des von der internationalen Staatengemeinschaft vermittelten Abkommens von Ohrid im August 2001. Durch das Abkommen wurde eine größere Einbindung der albanischen Volksgruppe in staatliche Institutionen sowie ein breiterer Gebrauch der albanischen Sprache gesichert. (APA)

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