HP vor starkem Personalabbau

27. Juli 2005, 16:21
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Erste drastische Maßnahme des neuen CEO Mark Hurd: Nach Berichten von US-Medien plant Hewlett-Packard bis zu 25.000 Kündigungen - Zuwachs bei SAP

New York/Wien - Hewlett-Packard steht offenbar vor einem einschneidenden Umbau mit Massenentlassungen. Nächste Woche sollen, nach einem Bericht des Wall Street Journal, umfassende Umbaumaßnahmen bei dem Computer-und Druckerhersteller bekannt gegeben werden - die bisher größte Maßnahme des neuen CEO Mark Hurd, der vor wenigen Monaten die Führung von der in Ungnade gefallenen Carly Fiorina übernommen hat.

"Benchmark verfehlt"

Schon im Mai hatte Hurd erklärt, dass HP eine Kostenstruktur habe, die "in vielen Bereichen die Benchmark verfehlt" und er Kostensenkungen erreichen wolle. Im Mai gab HP bekannt, dass im Druckerbereich des Unternehmens 1900 Mitarbeiter freiwillige Pensionierungen angenommen hätten. Hurd hat vor seiner Berufung bei HP den angeschlagenen Hersteller von Kassensystemen, NCR, saniert - nicht zuletzt durch Einsparungen und Stellenstreichungen.

Dabei sollen zwischen 5000 und 25.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren, schätzen Analysten; weltweit beschäftigt der Konzern derzeit 150.000 Mitarbeiter. Österreich könnte dabei ungeschoren bleiben: Erst vergangene Woche erklärte der österreichische HP-Chef Wolfgang Gruber, dass beim Mitarbeiterstand von derzeit 810 Personen (820 im Vorjahr) "keine radikalen Änderungen vorgesehen" seien. Traditionellerweise sind Konzerntöchter internationaler Unternehmen ohne eigene Produktionsstätten von großen Einschnitten weniger betroffen.

Zuwachs bei SAP

Im Gegensatz dazu rechnet der in Deutschland beheimatete Softwarekonzern SAP mit einem stärkeren Personalzuwachs als bisher angenommen. Voraussichtlich wird der größte europäische Softwarekonzern heuer 4000 neue Mitarbeiter einstellen, rund 1000 mehr als noch vor wenigen Monaten erwartet, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Unternehmenskreise.

In den ersten drei Monaten hat SAP laut seinem Vorstandsvorsitzenden Henning Kagermann bereits tausend neue Mitarbeiter eingestellt. SAP kommentierte den Zeitungsbericht nicht; zuvor hatte jedoch Kagermann bereits davon gesprochen, dass die Zahl von 3000 Neueinstellungen nicht "in Stein gemeißelt" sei. Von den neuen Jobs wird jedoch nur jeder fünfte auf Deutschland entfallen. Die Einstellungen im Vertrieb werden von den lokalen Niederlassungen gesteuert, bei der Softwareentwicklung werden neben einer Aufstockung am Unternehmenssitz in Walldorf Entwicklungszentren in Indien, China und Ungarn profitieren. (spu, dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16./17.7.2005)

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    Mark Hurd, neuer HP-CEO, strebt massive Kostensenkungen an.

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