Synchro-Duo verabschiedet sich mit Weltpremiere

18. Juli 2005, 14:27
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Anja Richter und Marion Reiff sporteln in Montreal das letzte Mal gemeinsam - Nagelneuer Sprung soll Finaleinzug bescheren

Montreal - Österreichs Parade-Wasserspringerinnen Anja Richter/Marion Reiff werden sich am Sonntag mit einer Weltpremiere in ihren letzten WM-Bewerb gehen. Der neue gegengleiche Sprung im Programm der beiden Turm-Spezialistinnen war in dieser Form noch nie in einem Wettkampf zu sehen, das routinierte OSV-Paar erwartet sich davon den entscheidenden Impuls für eine Spitzen-Platzierung. Ein Finalplatz sollte es aber auf jeden Fall werden.

Richter/Reiff haben ihre "Geheimwaffe" als letzten ihrer fünf Sprünge angesetzt, nicht ohne Hintergedanken. Reiff: "Wenn wir unsere vier Sprünge bis dahin stabil hinunter bekommen, könnte das die entscheidenden Punkte bringen." Richter springt zum Abschluss der Serie zweieinhalb Salti rückwärts mit eineinhalb Schrauben und Marion Reiff zweieinhalb Salti vorwärts mit einer Schraube. Der Schwierigkeitsgrad dieses Sprungs beträgt 3,2.

Trotz dieses Überraschungselements für die Kampfrichter ist für Richter und Reiff eine Medaille außer Reichweite. Seit ihren vierten Plätzen bei Olympia 2000 in Sydney und der WM 2001 in Fukuoka ist die Tendenz international immer mehr in Richtung Akrobatik und Schwierigkeit gegangen, da hinken die Österreicherinnen trotz allem etwas hinterher. Richter: "Wir möchten aber diesmal auf jeden Fall Olympia vergessen lassen." (APA/red)

In Athen wurde die Qualifikation für den Synchron-Bewerb verpasst, nun lässt Richter dafür sogar den Einzel-Bewerb sausen. Nach den Titelkämpfen werden sich die sportlichen Wege von Richter und Reiff wohl trennen. Reiff hat schon angedeutet, dass sie bei der WM 2007 in Melbourne nicht mehr dabei sein wird. Und Richter ist zuletzt bei den Staatsmeisterschaften schon mit der jungen Sandra Fuchs synchron gesprungen.

Teures Vergnügen

Kanadische Schwimm-WM-Fans müssen tief ins Börsel greifen, wenn sie sich die Schwimmer und Springer und Wasserballer auf der Insel namens Parc Jean-Drapeau im St. Lawrence River, übrigens Schauplatz der Expo 1976, leibhaftig geben wollen. Am teuersten ist nicht der Sport, sondern die Eröffnung, für die 120 Euro zu löhnen sind. Eine Eintrittskarte der besten Sitzplatz-Kategorie für die Vorläufe im Schwimmen kostet rund 27 Euro, für die Halbfinali und Endläufe werden 51 Euro fällig. Etwas günstiger liegen die Preise für Kunst- und Turmspringen, Synchronschwimmen sowie Wasserball, und die Tickets fürs Langstreckenschwimmen werden geradezu verschleudert. (red/APA)

  • Programm: Synchron-Bewerb der Damen vom Turm:

    Sonntag: Vorkampf (16:00 Uhr MESZ), Finale (21:30, live Eurosport)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Wollen zumindest den Finaleinzug im Synchro-Bewerb vom Turm: Anja Richter (vorne) und Marion Reiff.

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