Versuch statt Ergebnis

15. Juli 2005, 17:11
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Undefinierte Schwerarbeit geht in den Feldtest - 1.300 Fälle werden bis Mitte September geprüft

Wien – Ein Feldversuch für die geplante Schwerarbeiterpension muss her, darauf einigten sich Regierung und Sozialpartner Anfang Juni, nachdem bei der Definition der Schwerarbeiter-Regelung selbst kein Konsens erzielt wurde.

Denn auch nach mehreren Verhandlungsrunden blieben die Anspruchskriterien vage: So sollen etwa Kalorienverbrauch und das Arbeiten unter extremen Bedingungen wie große Hitze oder Kälte eine Rolle spielen. Sicher ist, dass Anspruchsberechtigte 45 Versicherungsjahre vorweisen müssen, von denen mindestens 15 mit Schwerarbeit verbracht werden müssen. Die Höhe der Abschläge beträgt je nach Schwerarbeit zwischen 0,85 und 2,1 Prozent.

1.300 Fälle werden geprüft

Vorab gilt es nun anhand von rund 1300 Fällen zu prüfen, ob eine Schwerarbeiterregelung überhaupt vollziehbar ist. Der Feldversuch soll zeigen, ob auch länger zurückliegende Schwerarbeit heute noch nachgewiesen werden kann. Eine persönliche Befragung der 1300 Pensionisten gibt es nicht.

Sollte die Definition von Schwerarbeit denn gelingen, sieht das Gesetz vor, dass für jedes Schwerarbeiterjahr drei Monate vom Regelpensionsalter abgezogen werden. Das heißt: Wer 15 Jahre schwer gearbeitet hat, kann mit 61 Jahren und drei Monaten in Pension gehen, der frühest mögliche Antritt bei 20 Schwerarbeitsjahren bleibt im Alter von 60. (DER STANDARD, Printausgabe, 16./17.07.2005)

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    Was ist eigentlich Schwerarbeit? Definitives darüber kann die Regierung nicht sagen.

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