Europa: Fortsetzung der positiven Entwicklung

19. Juli 2005, 19:08
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Ein Kommentar von Alihan Karadagoglu und Jürgen Ulamecaus dem Equity Weekly der Erste Bank

Auch diese Woche konnten die europäischen Aktienmärkte die positive Entwicklung der vergangenen Wochen fortsetzen und erreichten kräftige Kursaufschläge. Gestützt von den guten Geschäftszahlen der US-Unternehmen konnten insbesondere die Technologiewerte am meisten zulegen. An der Spitze der Branche waren die Halbleitertitel – unter anderem Infineon, Epcos und Philips - zu finden, die von den anziehenden Preisen für Speicherchips profitieren konnten. Positiv aufgenommen wurde auch der Quartalsgewinn des US-Konkurrenten AMD. Zudem trieb eine mögliche Erweiterung der bestehenden Kooperation mit dem südkoreanischen Hynix die Aktie von STMicroelectronics (+8%) deutlich nach oben. Der niederländische Chipausrüster ASML musste hingegen trotz kräftigen Gewinnanstiegs (+72%) im Q2 einen schwachen Auftragseingang vermelden.

Positive Aussichten

Auf Unternehmensseite honorierten Anleger den über Erwartungen ausgefallenen Quartalsgewinn von Novartis mit Käufen. Zudem bestätigte der Pharmariese sein Gesamtjahresziel. Der Quartalsbericht des Kosmetikkonzerns L‘Oreal konnte Investoren ebenfalls überzeugen. Positiv aufgenommen wurde vor allem die Erholung des Europageschäfts. An den erfolgreichen Absatzzahlen der deutschen Automobilhersteller in Westeuropa konnte auch Volkswagen (+4,5% YoY) anschließen. Gewinnmitnahmen vor dem vorgestellten Sanierungsprogramm, das dem Konzern eine Einsparung von ca. zehn Mrd. Euro bringen soll, bremsten den Höhenflug der Aktien nur kurzzeitig. Des Weiteren gab der Telekomausrüster Alcatel im Vorfeld des bevorstehenden Bilanztages (am 28. Juli) zum Q2 positive Signale über ihre Geschäftsentwicklung. Für gute Stimmung am Markt sorgte auch eine optimistische Analystenprognose zu SAP. Demnach dürfte der Softwarehersteller im Q2 und im Gesamtjahr höhere Lizenzumsätze verbuchen als erwartet.

Technologiewerte im Blickpunkt

In der kommenden Woche werden die Technologiewerte einmal mehr im Blickpunkt stehen. Investoren erhalten den ersten Vorgeschmack von europäischen Branchenriesen (unter anderem Philips, Nokia, Ericsson und SAP). So wird es sich zeigen, ob die europäischen Unternehmen an den positiven Auftakt zur Berichtssaison in den USA anschließen können. Darüber hinaus sind in der kommenden Woche aufgrund der erwarteten Gewinnmitnahmen kurzfristige Kursrückschläge beim Dax und EuroStoxx50 durchaus denkbar.

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