Rätselhaftes Pelikan-Sterben in den USA

25. Juli 2005, 12:58
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Population in Naturschutzgebiet drastisch geschrumpft

New York - US-Forscher rätseln über den Tod von mehr als 8.000 jungen weißen Pelikanen in einem Naturschutzgebiet des Bundesstaats North Dakota. Sie hoffen, dass Proben von den verendeten Vögeln, die derzeit in einem Labor im Staat Wisconsin geprüft werden, Aufschluss über die Ursache des Pelikan-Sterbens liefern werden.

Die örtliche Zeitung "Bismarck Tribune" berichtete am Freitag, dass die Population der weißen Pelikane auf den drei Inseln des Chase Lake Wildlife Refuge drastisch geschrumpft ist. Von den rund 9.000 Jungen sind nur etwa 500 geblieben, während die Zahl der Tiere in der Eltern-Generation von 18.000 auf 2.000 gesunken ist.

Unwetter

Unmittelbar vor Beginn des großen Sterbens Anfang Juli war ein Unwetter mit ungewöhnlichen starken Winden und Regenfluten über das Naturschutzgebiet im Norden der USA gefegt. Ob dieser Sturm oder aber ein bisher unentdeckter Erreger als Ursache in Frage kommt, soll der Laborbefund zeigen. In anderen Reservaten wie dem Medicine Lake National Refuge in Nordost-Montana sowie dem Waubay Refuge im benachbarten South Dakota wird das gefährliche West-Nil-Virus für den Tod von Pelikanen verantwortlich gemacht.

Verlassene Nester

Am Chase Lake in North Dakota waren schon im Frühjahr 2004 tausende Pelikanjunge verendet. Damals hatten die 30.000 erwachsenen Vögel ihre Nester mit Eiern und schon ausgeschlüpften Jungen ohne ersichtlichen Grund aufgegeben und waren davongeflogen.

Trotz dieser hohen Verluste ist die Pelikan-Population nach Angaben der Biologin Marsha Sovada vom Northern Prairie Wildlife Research Center des U.S. Geological Survey in Jamestown (North Dakota) aber noch nicht in Gefahr. Der bisher ungeklärte Tod der Jungvögel sei nur "ein kleiner Einbruch". North Dakota hat seit Jahren einen Zuwachs an weißen Pelikanen von jährlich 19,8 Prozent verzeichnet. Landesweit nimmt die Zahl dieser Pelikane seit 1966 um 3,4 Prozent im Jahr zu. (APA/dpa)

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