Österreicher glauben nicht an baldigen Aufschwung

29. Juli 2005, 15:38
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Fast jeder Dritte erwartet Verschlechterung - Vier von fünf halten die Jobsuche derzeit für "eher oder sehr schwierig" - Mit Infografik

Linz - Die Österreicher glauben nicht an eine baldige Konjunkturerholung. Mehr als die Hälfte rechnet damit, dass die wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten gleich bleiben wird, fast jeder Dritte erwartet eine Verschlechterung. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts "market" hervor, deren Ergebnisse am Freitag veröffentlicht wurden.

"market" führte im Juni telefonische Interviews mit 400 repräsentativ für die Bevölkerung ab 18 Jahren ausgewählten Personen durch. 32 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage in den nächsten zwölf Monaten weiter verschlechtert, 56 Prozent glauben, dass sie gleich bleibt. Nur elf Prozent erwarten eine Verbesserung.

Jobsuche "eher oder sehr schwierig", sagen 78 Prozent

Dementsprechend angespannt wird auch die Lage am Arbeitsmarkt wahrgenommen, so die Meinungsforscher. In dieser Sichtweise würden sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht wesentlich unterscheiden. 78 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass es derzeit eher bzw. sehr schwierig sei, einen Job zu finden. Nur 16 Prozent glauben, dass dies sehr bzw. eher leicht sei.

Auf die subjektiv empfundene schwierige Arbeitsmarktlage reagieren die Österreicher in erster Linie, indem sie noch mehr Engagement im Job zeigen und sich beruflich weiterbilden. Gut die Hälfte der Befragten gab zudem an, dass sie eher Unannehmlichkeiten im Beruf auf sich nehmen. Mehr als ein Viertel sieht in der besonderen Zurückhaltung der eigenen Meinung ein probates Mittel, um die unsichere Arbeitsmarktlage zu meistern.

Nur ein Viertel rechnet mit langfristiger Erholung

Wie sich bei der Umfrage weiters herausstellte, hält sich nicht nur der Glaube an eine baldige Wirtschaftserholung in Grenzen, sondern auch die Zukunftserwartung in diesem Bereich hat sich seit dem Vorjahr weiter verschlechtert. Damals glaubten laut "market" 37 Prozent an eine zumindest längerfristige Erholung. Derzeit geht nur ein knappes Viertel (23 Prozent) davon aus. (APA)

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