Schweden: Giftalgen gefährden Menschen und Tiere

20. Juli 2005, 08:07
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Weite Teile der schwedische Ostseeküste sind mit einem Teppich von Blaualgen bedeckt

Stockholm - Weite Teile der schwedische Ostseeküste sind durch das anhaltend warme Sommerwetter von einem Teppich giftiger Blaualgen bedeckt. Die Bezirksbehörde Stockholm warnte am Freitag alle Urlauber vor dem Baden in Gebieten der Algenblüte, wobei das Meer vor der Insel Gotland als besonders betroffen eingestuft wurde.

Kinder und Haustiere seien wegen der Gefahr des Trinkens von vergiftetem Wasser "Hochrisikogruppen". Der wie Erbensuppe wirkende Algenteppich an der Wasseroberfläche erstreckt sich von der Küste nördlich von Stockholm bis nach Blekinge in Südschweden.

Hund gestorben

Im schwedischen Rundfunksender SR berichteten Urlauber, dass Hunde kurze Zeit nach dem Trinken von Wasser aus der Algensuppe gestorben seien. Entwarnung wollten die Behörden trotz der Aussicht auf kräftige Niederschläge mit Wind zum Wochenende nicht geben: Die Algenblüte werde auch nächste Woche anhalten.

Zurückhaltend reagierten Behördensprecher und wissenschaftliche Experten, wonach die Blaualgen neben dem bisher bekannten Lebergift auch das Nervengift BMAA produzieren soll, das Alzheimer-ähnliche Krankheiten auslösen könne. Ergebnisse eines Stockholmer Forschungsprojektes dazu sollen in der kommenden Woche vorgelegt werden. Blaualgen (Cyanobakterien) zählen im biologischen Sinn zu den Bakterien, betreiben aber ähnlich wie Pflanzen Photosynthese. (APA)

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