Deutsche Gymnasien besser als Österreichs AHS

2. Dezember 2005, 11:54
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In Mathematik und Lesen liegt Österreich im Mittelfeld, in Problem­lösen und Natur­wissen­schaften darunter - Bayern ist Sieger, Bremen Letzter

Der am Donnerstag publizierte innerdeutsche PISA-Bundesländervergleich lässt einen interessanten Vergleich mit Österreich zu. Würde man Österreich in diese Untersuchung einrechnen, landen die heimischen Schüler in Mathematik und Lesen im Mittelfeld, im Problemlösen und den Naturwissenschaften sogar hinter dem deutschen Mittel.

Österreich verschlechtert

Im innerdeutschen Vergleich landeten Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen in allen Kategorien an der Spitze. 16. und Letzter war stets Bremen. Österreich hätte die Ränge fünf (Mathematik, Lesen) bzw. neun (Problemlösen) und elf (Naturwissenschaften) belegt. Weiters bemerkenswert: Alle deutsche Bundesländer haben sich im Vergleich zur ersten PISA-Studie verbessert, Österreich tendenziell eher verschlechtert.

Regionen-Vergleich

In Österreich wurde im Gegensatz zu Deutschland, der Schweiz und Italien kein Bundesländer-Vergleich vorgenommen. Für Italien zeigte ein Regionen-Vergleich übrigens, dass das Trentino die besten Ergebnisse erzielte und isoliert noch vor Finnland landen würde. Südtirol würde ebenfalls noch vor Bayern liegen und damit beste deutschsprachige Region sein.

Deutsche vor Österreichern

Weiteres interessantes Detail: Die deutschen Gymnasien liegen klar vor den österreichischen AHS.

Außerdem bemerkenswert: Sowohl in Deutschland, wo es verschiedene Schulsysteme - vom gegliederten System bis zu Gesamtschulen - gibt, als auch in Italien mit einem weitgehend einheitlichen Gesamtschulsystem gibt es eklatante Leistungsunterschiede zwischen einzelnen Regionen. Der österreichische PISA-Chef Günter Haider meinte gegenüber der APA, dass PISA-Erfolge "wahrscheinlich nicht am Schulsystem, sondern innerhalb des Systems liegen". Individualisierung des Unterrichts und gute Förderung seien offenbar wichtiger als Fragen des Schulsystems.

Bayern vor

Die derzeit in Deutschland geführte Debatte um die Überlegenheit des gegliederten bayerischen Schulsystems hält Haider für fehl am Platz: "Die Erklärung ist nicht so eindimensional." So spiele etwa sicher eine Rolle, dass sich Gesamtschulsysteme vor allem in Bundesländern mit einem hohen städtischen Anteil fänden. Auch sozioökonomische Faktoren spielten eine Rolle. So seien vermutlich auch die Unterschiede und dabei vor allem das Nord-Süd-Gefälle in Italien zu erklären, wo es ein praktisch einheitliches Schulsystem in allen Regionen gibt. (APA)

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