"Over There": US-Serie über Irakkrieg erhitzt Gemüter

29. Juli 2005, 13:14
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Produzent Steven Bochco sorgt mit der "absolut unpolitischen" TV-Serie für Diskussion

In den Vereinigten Staaten wird Ende dieses Monats ein umstrittenes TV-Spektakel auf dem Kabelkanal FX starten: "Over There", eine Fernsehserie über eine Armee-Einheit im Irak-Einsatz. Produktionsleiter ist niemand geringerer als Steven Bochco, der durch Serien wie "NYPD Blue", "Law & Order" oder "Doogie Howser" bekannt geworden ist. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wird "Over There" genügend Blut und Gemetzel liefern, um nicht nur zart besaitete Zuschauer aus der Fassung zu bringen. "Ich bin sicher, 'Over There' wird für einige Menschen ein wenig zu heftig sein", räumte auch Bochco ein.

Absolut unpolitisch

Es ist das erste Mal, dass ein Kriegsepos die US-amerikanischen Wohnzimmer erobert, während der reale Krieg noch nicht vorbei ist. Echte Bilder von Explosionen und Anschlägen dominieren noch immer die Nachrichten und tote Soldaten aus dem Irak werden in mit Flaggen drapierten Särgen zurück in die USA gebracht. Dennoch besteht Bochco darauf, dass "Over There" absolut unpolitisch ist. "Es geht in der Serie nicht um Politik und Gesetze, es geht um Leben und Tod", sagte er. Eine politische Diskussion um die Serie wird sich aber kaum vermeiden lassen.

Ganz andere Bedenken plagen derweil die Vermarkter - sie sorgen sich darum, ob sich genügend Werbekunden für die Serie finden werden. In der zweiten Folge von "Over There" sollen einige Soldaten im Kofferraum eines Autos eine Bombe entdecken. "Welche Automarke möchte mit einem Bombenattentat in Verbindung gebracht werden?", fragt sich Bill McOwen, Präsident des Werbeunternehmens Havas SA. Dennoch sind die Werbeblöcke für die erste Folge der Serie bereits ausverkauft.

Bei FX heißt es diesbezüglich erst einmal abwarten - eine Taktik, die sich schon oft bewährt hat. Wenn es dem Publikum gefällt kommen die Werbekunden von ganz allein, so geschehen bei "NYPD Blue". "Bei FX muss man sich um den Verkauf der Werbeplätze keine Sorgen machen", so Bochco. "Die Sponsoren, welche diesen Sender schauen, suchen nicht nach Mary Poppins und sind dann geschockt wenn sie Serien wie 'Rescue Me' sehen." (pte)

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    foto: pte
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