Schlumberger plant 40 Prozent Ergebnisplus

25. Juli 2005, 12:26
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Ergebnis 2004/2005 noch von deutschen Töchtern belastet - Heuer wieder 8 Prozent Dividende - Marktanteil verbessert

Wien - Der börsenotierte Wiener Sekt- und Spirituosenhersteller Schlumberger erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2005/06 ein um 30 bis 40 Prozent höheres Jahresergebnis als im Jahr davor. 2004/05 hatte es noch Belastungen aus den deutschen Tochtergesellschaften gegeben, wodurch das Betriebsergebnis (EBIT) bei 1,4 Mi. Euro unverändert blieb. Der Vorstand schlägt daher eine Dividende auf Vorjahresniveau von 5,81 Euro oder 8 Prozent des Grundkapitals vor, kündigte Schlumberger-Vorstand Gerhard Lacher am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien an.

Umsatzplus

Im Geschäftsjahr 2004/05, in dem erstmals nach IFRS bilanziert wurde, erzielte die Unternehmensgruppe Schlumberger einen Umsatz von 197,2 Mio. Euro, nach 192,7 Mio. Euro im Jahr 2003/04. Der Umsatzzuwachs resultiere aus der Vollkonsolidierung der Handels- und Verkaufsgesellschaft Top Spirit sowie aus dem Geschäftsfeld Wein. Die Eigenmittel zum Bilanzstichtag 31. März 2005 betrugen 37,8 Mio. Euro, nach 48,9 Mio. Euro im Vorjahr. Die Ursache für den Rückgang liege ausschließlich in geänderten Konsolidierungsmaßnahmen bei Anteilen anderer Gesellschafter, betonte Lacher. Die Eigenmittelquote lag bei 34,3 (38,3) Prozent. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 273 (282) Mitarbeiter.

Marktanteil verbessert

Nicht zuletzt auf Grund von Produktinnovationen (Schlumberger DOM) und einem Ausstattungsrelaunch bei der Marke Goldeck konnte Schlumberger seine Marktanteile weiter verbessern - bei Schlumberger um 1 Prozent in der Menge und um 2 Prozent im Wert, bei Goldeck um 2 Prozent bei Wert und Menge, so Lacher zufrieden. Auch künftig wolle man bei Schlumberger den Fokus auf Spezialitäten wie Chardonnay und Rose setzen. Bei Goldeck habe der Ausstattungsrelaunch mit den Farben Dunkelgrün und Gold mit Cellophanhülle sowie die Umstellung auf die traditionelle Flaschengärung bereits ein zweistelliges Absatzplus gebracht.

Das Geschäftsfeld Spirituosen habe sich gegen den Markttrend gut entwickelt. Ein Verpackungsrelaunch beim Kräuterlikör Rossbacher habe ein Absatzplus von 40 Prozent gebracht. Als Neuheit für die Szene-Gastonomie werde eine mundgeblasene 3-Liter-Flasche mit einem "wiehernden" Sound-Portionierer eingeführt.

Positive Stimmung

Die Abschaffung der Schaumweinsteuer per 1. April 2005, wodurch jahrelange Wettbewerbsverzerrung gegenüber "Frizzante" und "Prosecco" beseitigt wurde, lasse bereits einen "Sinneswandel" erkennen, sagte Vorstandsmitglied Martin Hinterleitner. Es gebe eine "positive Stimmung, von Prosecco auf Sekt umzusteigen". Erste Zahlen zeigen auch eine deutliche Steigerung des Sektabsatzes, wenngleich Preisaktionen des Handels diese Zahlen verfälschen, räumte er ein. Laut Nielsen hat es in den drei Monaten seit dem Fall der Schaumweinsteuer ein mengenmäßiges Plus von 22 Prozent gegeben, der Wert sei unverändert geblieben. (APA)

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