IBM trägt OS/2 zu Grabe

26. Juli 2005, 10:21
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Offizieller Support endet am 31. Dezember 2006 – IBM empfiehlt Linux

Das Betriebssystem OS/2 wird ab 23. Dezember 2005 keinen offiziellen Support mehr haben. Dies teilte IBM in einer Aussendung mit. Galt OS/2 einst noch als Herausforderer für Windows, fuhr IBM die Unterstützung seit Jahren zurück. Nun will das Unternehmen das Marketing für "OS/2 Warp V4" und "OS/2 Warp Server for e-business" komplett einstellen. IBM stellt klar, dass es keine neuen Versionen, Funktionen sowie Patches geben wird. Produkt-CDs werden ebenfalls keine mehr angeboten.

Standard-Support

Der Standard-Support wird bis 31. Dezember 2006 aufrechterhalten. Darüber hinaus ist nur noch im Rahmen spezieller kostenpflichtiger Verträge Unterstützung zu erhalten. IBM empfiehlt Nutzern von OS/2 auf seine WebSphere-Plattform oder die eCommStation von Serenity Systems oder Linux umzusteigen.In Ausnahmefällen will IBM zu bestehenden Lizenzen noch weitere genehmigen.

IBM und Microsoft

OS/2 wurde ursprünglich in Kooperation von IBM und Microsoft als Nachfolger von DOS entwickelt. 1991 zog sich Microsoft zurück, IBM blieb am Ball. OS/2 eignete sich im Heimbereich wegen seines guten Multitaskings schon auf i486ern. Gegenüber dem Konkurrenzprodukt Windows tat sich das Betriebssystem jedoch in Folge schwer. Die Systemanforderungen waren sehr hoch. Weiters fehlte kompatible Software, was OS/2 aus dem Privatbereich verdrängte. Mittlerweile findet man OS/2 hauptsächlich bei Banken, Versicherungen und Fluggesellschaften.

Ein wichtigerer Aspekt zur Nutzung von eComStation ist die hohe Sicherheit gegen Viren, Trojaner und Würmer. Bisher sind keine Angriffe aus dem Netz auf OS/2- oder eCS-Systeme bekannt geworden. Eine Petition bemüht sich zudem IBM dazu zu bewegen, den Quellcode von OS/2 als Open Source zu veröffentlichen. (pte)

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    bild: pte
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