Parkinson-Medikamente können spielsüchtig machen

22. Juli 2005, 20:42
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Auslöser sind Dopamin-Agonisten

Rochester - Medikamente gegen die Parkinson-Krankheit können manchen Patienten spielsüchtig machen. Verantwortlich für diesen Effekt sind nach Überzeugung von US-Forschern die so genannten Dopamin-Agonisten. Die Mediziner betonen, dass die Wirkung nur selten auftritt und nach dem Absetzen der Mittel wieder verschwindet.

Die Neurologen der Mayo-Clinic bemerkten, dass elf ihrer Parkinson-Patienten an Spielsucht litten. "Das ist ein auffälliger Effekt", betont Eric Ahlskog. "Krankhaftes Spielen verursacht durch ein Medikament ist wirklich sehr ungewöhnlich." Den Ärzten fiel auf, dass alle betroffenen Patienten Dopamin-Agonisten einnahmen. In der Fachliteratur fanden sie Beschreibungen ähnlicher Fälle.

Wie die Mediziner in der Zeitschrift "Archives of Neurology" berichteten, zeigten sechs der Patienten weitere zwanghafte Verhaltensweisen wie etwa vermehrten Alkoholkonsum oder erhöhtes sexuelles Verlangen. Die Forscher betonen, dass diese seltene Nebenwirkung kein Grund ist, auf das Medikament zu verzichten. Patienten sollten jedoch aufmerksam werden, wenn sie während der Behandlung verstärkt zu Spielsucht neigen. (APA/AP)

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