Buxbaum: Ausweisung letztes Mittel

18. Juli 2005, 18:14
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Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Schakfeh: Radikale Imame nicht zugelassen - "98 Prozent der Moscheen auf unserer Linie"

Wien - Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, betonte im Radio-Mittagsjournal des ORF, dass radikale Prediger "keine von uns ermächtigten Imame sind". Sie seien in Österreich nicht zugelassen. Er habe "keine gesicherten Informationen" darüber, wieviele radikale Prediger es gebe und verlasse sich dabei auf die Aussagen des Generaldirektors für Öffentliche Sicherheit, Erik Buxbaum, der zuletzt von weniger als fünf gesprochen hatte. Buxbaum erklärte ebenfalls im Radio, dass es "wohl Sache der islamischen Glaubensgemeinschaft ist, in ihren Reihen Ordnung zu schaffen".

Ausweisung letztes Mittel

Es sei "keine Polizeiaufgabe zu verhindern, sondern die islamische Glaubensgemeinschaft ist aufgerufen, solche Prediger nicht nach Österreich einzuladen. Oder wenn sie kommen, sich von ihnen zu trennen". Auf die Frage, ob man radikale Prediger ausweisen können sollte, meinte Buxbaum, dies wäre das letzte Mittel, "die Rute im Fenster. Wir hoffen, dass der Fall nicht eintritt, aber wir stehen Gewehr bei Fuß". Die Kontakte mit der islamischen Glaubensgemeinschaft bezeichnete Buxbaum als gut. "Man soll nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. In bewegten Zeiten hat es die islamische Glaubensgemeinschaft nicht leicht. Die Gefahr besteht, dass manche in einen Topf geworfen werden, die absolut nichts dafür können".

"98 Prozent der Moscheen auf unserer Linie"

Schakfeh erklärte, mindestens 98 Prozent der Moscheen "sind auf unserer Linie. Und die islamische Glaubensgemeinschaft hat oft und eindeutig und ganz klar erklärt, dass wir alle diese Untaten, alle diese Attentate verurteilen". Es gebe rund 200 Moscheen, die mit der Glaubensgemeinschaft Kontakt haben. Was die radikalen Prediger betreffe und ob es nicht gefährlich sei, solche Leute in der Gemeinschaft zu haben, meinte Schakfeh: "Nachdem wir mit denen keine Kontakte haben - die sind nicht innerhalb der Glaubensgemeinschaft. Das sind Randgruppierungen, eben sehr kleine, die nicht die Linie der Glaubensgemeinschaft befürworten. Ich verlasse mich auf die Beobachtung durch den Verfassungsschutz und seiner Organe".

Er könne jedenfalls keine Moschee zusperren. "Das ist Sache der Behörde". Er habe nur die Ermächtigung, einen Imam zurückzurufen, "wenn er von uns ermächtigt worden ist", so Schakfeh. (APA)

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